22/10/2015
Fühlt euch am Sonntag herzlichst eingeladen:
Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi besucht Bad Bentheim
Ein Friedensnobelpreisträger besucht die Grafschaft Bentheim, das hat es bisher noch nicht gegeben. Kailash Satyarthi, der 2014 zusammen mit Malala Yousafzai den Friedensnobelpreis in Oslo erhalten hat, kommt auf Einladung des Kinderrechtevereines „Zukunft entwickeln e.V.“ und der Stadt Bad Bentheim zu einem Kurzbesuch in die Kurstadt. Zu sehen und hören ist Kailash Satyarthi im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am Sonntag, 25. Oktober um 15 Uhr im Forum des Burg-Gymnasiums in Bad Bentheim.
Der sechzigjährige Hindu Kailash Satyarthi ist für seinen unermüdlichen Einsatz gegen Kindersklaverei und soziale Ungerechtigkeit in Südasien geehrt worden. Er ist Mitbegründer des Südasiatischen Bündnisses gegen Kindersklaverei, welches mittlerweile über 470 Partnerorganisationen in Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesh, Bhutan und Sri Lanka umfasst. Kailash Satyarthi ist maßgeblich daran beteiligt, dass 1994 das "Rugmark"-Kontrollsiegels eingeführt wird, welches Produkte kennzeichnet, die aus überprüften Betrieben ohne Kinderarbeit stammen. Des Weiteren wurden aufgrund seines Engagements zwei Rehabilitationszentren für ehemalige Kindersklaven erbaut.
Weltweit bekannt wurde Kailash Satyarthi 1998 als er den "Weltweiten Marsch gegen Kinderarbeit" organisierte, der über 80.000 Kilometern durch alle Kontinente führte und in Genf endete.
Tausende Kinder holte der Elektroingenieur bereits aus sklavenartigen Arbeitsverhältnissen. Er setzte sich für ein Verbot der Kinderarbeit in der Teppichindustrie ein und sensibilisierte den Westen für das Thema Kinderarbeit. Allein in seiner Heimat Indien müssen offiziellen Zensusdaten zufolge mehr als zwölf Millionen Kinder arbeiten. Schätzungen zufolge schuften dort rund 60 Millionen Jungen und Mädchen. "Kleine Kinder im Alter von sechs, sieben und älter werden gezwungen, 14 oder mehr Stunden am Tag zu arbeiten, ohne Pause oder einen freien Tag", beschreibt er ihre Lebensbedingungen. "Wenn sie weinend nach ihren Eltern fragen, werden sie verprügelt." Wegen seines Einsatzes wurde Satyarthi mehrfach körperlich angegriffen. Belohnt für sein Engagement wurde er unter anderem 1994 mit dem Aachener Friedenspreis und 1999 mit dem Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung.