Onecorner Ranch

Onecorner Ranch Bei uns machen Hunde mit ihren Menschen Urlaub…

Nachdem wir gestern den Nördlichen Polarkreis überquert haben, ist es mal wieder Zeit für ein Update vom Reiserudel. Inz...
25/08/2026

Nachdem wir gestern den Nördlichen Polarkreis überquert haben, ist es mal wieder Zeit für ein Update vom Reiserudel.
Inzwischen haben wir uns gut arrangiert und durch die Routinen sind die Fiffis auch entspannter geworden. ABER: bisher musste ich ja noch normal arbeiten (Mobilarbeit macht’s möglich) also den halben Tag vorm Rechner verbringen, währenddessen sich die Bande fürchterlich gelangweilt hat. Das endet aber übermorgen, weil dann der klassische Urlaub beginnt, der dann immerhin noch 7,5 Wochen dauert.
Dann geht der Abenteuermodus schlagartig auf 100%.
Wir stehen übrigens derzeit kurz vor Inari, ein paar Videos findet ihr in den Kommentaren. (Fotos UND Videos in einem Post gestattet Facebook uns leider nicht)

Es lohnt sich uns zu folgen denn zwischendurch gibt es immer mal wieder ein paar Leckerlies für euch da draußen. Aktuell...
19/08/2026

Es lohnt sich uns zu folgen denn zwischendurch gibt es immer mal wieder ein paar Leckerlies für euch da draußen.

Aktuell haben wir zwei spontane Sonderangebote. Schlagt zu oder teilt gerne. Feuer frei ☺️

18/08/2026

Jetzt bin ich extra für euch noch auf einen Aussichtsturm gekraxelt, damit auch ihr einen Sonnenuntergang im Koli-Nationalpark (hier gibt’s übrigens Bären und wir müssen im Dunklen zurück ) sehen könnt.

Ein längst überfälliges Update vom Reiserudel!! Hej Hej und Moi 😊Inzwischen sind seit unserer Abreise aus Bayern exakt 1...
17/08/2026

Ein längst überfälliges Update vom Reiserudel!!

Hej Hej und Moi 😊

Inzwischen sind seit unserer Abreise aus Bayern exakt 12 Tage vergangen… Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Oma und Opa Onecorner (der, der keine Hunde mag…) ging es direkt nach Rostock und auf die Fähre Richtung Trelleborg. Ich bin dann direkt meinen Lieblingsstrandplatz angesteuert, sodass die Rabauken am nächsten Morgen direkt noch vor dem Frühstück ans Meer konnten. Für Rudi war es das erste Mal und so richtig konnte er sich mit der Weite noch nicht anfreunden.
Aber Rudi hat auch eine Augenkrankheit, die ihm so nach und nach die Sehkraft nimmt. Von daher braucht er einfach etwas Zeit, um sich zurecht zu finden. Sei ihm gegönnt…
Die Tage in Schweden waren mehr durch logistische Themen wie „Fahren“ und „Tierarzt“ (für die Einreise nach Finnland brauchen die Rabauken eine Wurmkur) geprägt. Größte Herausforderung: die 11h Fährfahrt von Stockholm nach Turku. Also wer es nicht unbedingt machen muss: lasst es! Es war schon immenser Stress für sensibel-Rudi. Die anderen beiden: Joa mei… ist halt so…

Ich bin in Finnland dann direkt im Süden am Meer Richtung Osten gefahren und habe einen niedlichen Stellplatz direkt am Strand gefunden, wo wir einfach mal den Stress der letzten Tage „wegbaden“ konnten. (Video dazu in den Kommentaren)

Zudem war ein historischer Steinbruch in der Nähe, in welchem zwischen 1820-1830 ca 600 Tonnen Granit manuell (!) abgebaut worden sind, um u.a. die Alexander-Säule in Sankt Petersburg zu bauen. Im übrigen befanden wir uns nur knapp 150km von Sankt Petersburg entfernt… mit Englisch kommt man hier Null weiter. Zum Glück hat mich mein Schul-Russisch befähigt, zumindest die Straßenschilder lesen zu können.

Wir sind inzwischen absolut im Abenteuer-Modus angekommen und werden berichten!

Nuki ist natürlich auch im Herzen dabei. Was hätte sie für einen Spaß im Meer gehabt 💔

Nachdem ich aus verschiedenen Gründen mit mir gehadert habe, ob ich heuer wieder nach Skandinavien reise, habe ich mich ...
08/08/2026

Nachdem ich aus verschiedenen Gründen mit mir gehadert habe, ob ich heuer wieder nach Skandinavien reise, habe ich mich nun DAFÜR entschieden. Ich hoffe, wir finden etwas Leichtigkeit und nehmen euch natürlich wieder sehr gerne mit auf unsere Reise. Dieses Mal dabei sind: Ronja Räubertochter, Rudi Ragnar und Pflegling Floki Vilgerðarson. Knapp 2,5 Monate Vanlife in der Wildnis Skandinaviens liegen vor uns. Gestern ging es los und morgen gegen 17 Uhr geht unsere Fähre nach Trelleborg. Heute wurden wir auch schon zufällig von lieben Stammgästen erwischt 😂 Die Welt ist ein Dorf! Rudi hat seine Herdenschutzgene entdeckt und macht einen auf „Aufpasser“ (obwohl er eigentlich schon im Bett lag) Ronja ist wie immer die Beifahrer-Princess und Floki ist einfach nur da, macht einen auf Sonnenschein und fügt sich problemlos ein (sofern keine Menschen vorhanden sind) Folgt uns gern auf unserem Trip und wer uns entdeckt, postet hier das Foto und erhält eine Überraschung!

Es ist nun fast einen Monat her. Irgendwie erscheint es surreal und egal wie sehr man sich dagegen wehrt, so deutlich wi...
04/08/2026

Es ist nun fast einen Monat her. Irgendwie erscheint es surreal und egal wie sehr man sich dagegen wehrt, so deutlich wird einem doch, dass in dem abgedroschenen Spruch "das Leben geht weiter" Wahrheit liegt.
Der Alltag hat uns wieder, obwohl diese vermeintlich emotionale Festigkeit trügerisch ist. Da ist der eine Tag bei einem regulären Tierarztbesuch, wo man im Wartezimmer plötzlich das typische Schäferhundfiepen eines anderen Patienten aus dem Zimmer nebenan hört. Das Scrollen durch die Mediathek im Handy ist jedes mal wie ein Sprint auf einem Minenfeld. Gäste, die einen (natürlich absolut nicht böse gemeint) auf Anouk ansprechen und man merkt wie einem direkt der Hals wieder zuschnürt und man nur noch seine Decke über den Kopf ziehen möchte.

Die Erinnerung ist überall und doch versucht man sie auszublenden. Das gelingt mal besser und mal schlechter. Sehr viel schlechter sogar.
Ich gebe zu, dass ich mir Hilfe gesucht habe damit ich endlich wieder schlafen und etwas zur Ruhe kommen konnte. Das mag für einige übertrieben erscheinen aber ich muss sagen, dass mich Anouks Verlust traumatisiert hat. Ich habe so viele Sätze gehört, die mit besten Absichten gesprochen wurden... sie war schon so alt, du hast noch mehr Hunde, sie starb gnadenvoll friedlich...
ich weiß das alles und dennoch werde ich niemals darüber hinwegkommen.
Wer dies selbst erlebt hat, weiß, dass einen rein gar nichts trösten kann. Keine Worte, keine kleinen Geschenke, ehrlich gesagt nicht mal Umarmungen. Der Schmerz wird mich begleiten solange ich lebe und damit habe ich mich nun abgefunden. Es wird immer diesen einen Stich im Herzen geben, der mal mehr oder weniger zu spüren sein wird, aber er wird immer da sein.

Mit unseren Hunden haben wir früher immer Ausflüge in das Pflegeheim meiner Oma gemacht. Es war für die Einwohner stets ein riesiges Fest als wir unsere Fellkinder im Gemeinschaftsraum ableinten und es im besten Sinne des Wortes drunter und drüber ging. Die vorherige Stille wich lautem Bellen, freudigem Jauchzen und so herzlichem Lachen wie es lange nicht zu hören war.
Ich kann mich an einen sehr alten Bewohner erinnern, der ganz speziell Anouk in sein Herz schloss. Er war recht schweigsam, schaute Anouk lange an, streichelte sanft ihre Ohren und man merkte irgendwie, dass er gedanklich ganz woanders war und sehr glasige Augen bekam.
Ich erfuhr erst nach seinem Tod, dass er früher selbst Schäferhunde hatte und man kann nur erahnen an wen er jedes mal dachte wenn er Anouk sah.
Das können Hunde bei Menschen bewirken. Jahrzehntelang können sie im Herzen verweilen und immer mal wieder so präsent sein als hätten sie eben erst den Raum verlassen.

Das Leben geht weiter, das weiß ich. Wenn uns diese Geschichte aber überhaupt etwas trösten kann, dann dass unsere Hunde nie ganz verschwinden. Sie sind immer da. Auch im sehr hohen Alter werden wir uns stets an sie erinnern, davon bin ich überzeugt.

*******

Eigentlich wollte ich einen Post zu unseren noch freien Zeiträumen schreiben. Hat ja prima funktioniert. Aber ich schaffe es irgendwie nicht einen harten Schnitt zu vollziehen. Mir fehlt aktuell noch die Energie lustige Postings zu schreiben, es fühlt sich nahezu falsch an.

Daher würde ich mich sehr freuen wenn ihr auf unserem Kalender einmal schaut, ob für euch vielleicht der eine oder andere Zeitraum interessant wäre. Beispielsweise wäre "Timmys Traumland" im August/September für zwei Wochen am Stück wieder frei und generell gäbe es noch die einen oder anderen Schmankerl im Herbst. Es darf natürlich auch gerne geteilt werden.

www.onecorner-ranch.de/reservieren-preise/

Ich hoffe ihr empfindet es nicht als pietätlos wenn ich diesen Post damit verbinde etwas Werbung zu machen. Aber wie schon ein paar mal gesagt:
das Leben geht weiter und das ist auch gut so...

19/07/2026
Eine Woche ist nun vergangen. Eine Woche, seit ich das letzte Mal ihr weiches Fell berührt, ihre spitzen Öhrchen gestrei...
15/07/2026

Eine Woche ist nun vergangen. Eine Woche, seit ich das letzte Mal ihr weiches Fell berührt, ihre spitzen Öhrchen gestreichelt habe.
Im Tod sah sie anders aus, als ob sie gar nicht mehr unsere Anouk war, quasi eine leere Hülle. Ihre große und weise Seele hat einfach den Körper verlassen und nur eine Art Verkleidung blieb zurück. Ich weiß noch, dass ich sofort das Fenster öffnete denn ich habe gelernt, dass man dies nach dem Tod so macht.
Irgendwie war es tröstlich, dass sie nicht mehr wie sie selbst aussah, da ich sie so einfacher zurück lassen konnte.

Die Trauer kommt in Wellen, sagt man und ich verstehe das nur zu gut. In einem Moment lebt man den Alltag und geht seiner Wege, nur um eine Minute später wieder in eine bleierne Bewegungslosigkeit zu verfallen und das Gefühl zu haben nicht atmen zu können. Diese Schwere auf dem Brustkorb, diese Trägheit, die einen wie in Zeitlupe durch das Haus laufen lässt, ist momentan wirklich ein Problem. Ich kann mich zu kaum etwas aufraffen und mir ist aber bewusst, dass ich die Verantwortung für ein paar weitere Fellnasen hier habe.
Es wird zwar täglich etwas besser aber noch graust es mir vor der Nacht. Die Stille ist schlecht zu ertragen und ich quäle mich mit dunklen Gedanken, denen ich momentan noch nicht Herr werde.

Ich wusste, dass Kaya extrem emphatisch ist. Sie klebt momentan an mir und versucht mich (teils recht grob) aus der Trauer zu ziehen. Selbst wenn sie sich in anderen Räumen befindet, merkt sie sofort wenn mich wieder etwas überrennt. Sie legt sich zu mir und schaut mich mit ihren großen Knopfaugen an als ob sie aufrichtig dem Problem auf den Grund gehen will.
Der zweite Hund, der mich zugegeben mit seiner tiefen Sorge wirklich überrascht hat, ist unser evil Rudi. Er hasst nahezu alles, was einen Schatten wirft und neigt dazu unberechenbar zu sein mit einer fast nicht vorhandenen Zündschnur. Dieser Tage jedoch ist er in seiner gesamten Präsenz sehr weich und trotz der Tatsache, dass ihm gewiss unendlich warm ist, legt er sich nachts quer auf mich und verfolgt mich auf Schritt und Tritt, um mich wie ein gerichtlich bestellter Betreuer permanent zu beäugen und zu beobachten.

Wenn der Tod von Anouk etwas Gutes hatte, dann dass ich das Zusammensein mit unseren restlichen Hunden regelrecht aufsauge. Wenn mich Timmy anspringt, umarme ich ihn und lasse ihn so lange an mir kleben wie er möchte. Wenn Skip mir seine Plüsch-Avocado bringt, bewundere ich sie und bedanke mich überschwänglich für das Geschenk (was er natürlich direkt zurück möchte). Wenn Ronja mich anknurrt, weil ich sie im Bett versehentlich angerempelt habe, entschuldige ich mich aufrichtig. Wenn mir Pepe vor lauter unbändigem Hunger in die Finger schnappt, beeile ich mich einfach mit der Zubereitung des Essens.
Ich mache mir zuweilen Vorwürfe, dass ich Anouk zu häufig ignoriert habe, weil mir irgendein Quatsch in dem Moment wichtiger erschien. Vermutlich werden diese Momente auch in Zukunft immer mal wieder vorkommen aber Anouk zu Ehren werde ich nun versuchen alles noch viel bewusster zu erleben, das Handy häufiger beiseite zu legen und einfach die Zeit noch intensiver zu genießen. Man weiß nie wann sie vorbei ist.

Es wird nun der letzte Post dieser Art sein. Ich werde auf lange Sicht damit klar kommen. Müssen. In einem Trauerforum las ich einmal, dass die Zeit auf der Erde sehr viel schneller vergehen soll als im Himmel. Das ist ein schöner Gedanke, da all unsere Lieben, die bereits voraus gegangen sind, vermutlich nicht einmal dazu kommen uns zu vermissen. Für sie ist es nur ein kurzer Augenblick ohne uns, während wir sie so lange so unendlich vermissen.

Herzt heute in Andenken an Anouk eure Hunde (bzw. all eure Tiere) und genießt diesen Moment ganz bewusst mit allen Sinnen. Denn sie sind es wert unsere volle Aufmerksamkeit zu erhalten…

09/07/2026

Der Körper fühlt sich wie eine frische Wunde an, immer in Gefahr höllisch zu schmerzen bei einer falschen Bewegung. Man läuft wie auf rohen Eiern, bewegt sich vorsichtig durch den Alltag.

Beschäftigung ist Ablenkung. Man verfällt in einen blinden Aktionismus, bloß nicht zu viel nachdenken.
Zeitgleich ist es ein Tanz auf dem Drahtseil, da permanent alles Erinnerungen hervorrufen kann.

Heute schüttelte es mich regelrecht vor Trauer als ich beim Füttern der anderen Hunde die Näpfe durchzählte und einfach nicht auf die alte Anzahl kam. Wieso fehlt da einer? Dann kommt plötzlich die Realisierung wie ein Schuss aus einer Flinte. Mitten ins Herz und man krümmt sich regelrecht zusammen.

Man fühlt die Watte im Kopf, die vieles einfach taub macht. Ich denke das ist eine Art Schutzmechanismus, um nicht vollends in der Trauer unterzugehen.
In Momenten ist man stolz auf sich, weil man sich zusammenreißen kann und bildet sich ein stark sein zu müssen, das Gesicht vor anderen zu wahren. Es war besser so, sie war schon alt, sie hatte ein schönes Leben, sie starb friedlich. Ja, ich weiß. Und dennoch kann ich mir aktuell ein Leben nicht vorstellen, in dem sie nicht existiert.

Ich liege wach, muss meine Gedanken hier loswerden, da mein Kopf sonst zu platzen droht. Ich hoffe es stört euch nicht, denn zum Thema gehört es hier ja nicht.
Es sind große Worte aber ich bin der Meinung, dass es eine Art Trauma ist sein Haustier zu verlieren. Physisch und psychisch war ich in meinem Leben noch nie so unfassbar erschöpft und zeitgleich so ruhelos.
Es muss weitergehen, das weiß ich und dennoch gönne ich mir meine kleinen Zusammenbrüche. Die Trauer muss raus denn für jedes Gefühl muss es Ventile geben.

Objektiv gesehen weiß ich, dass es nicht anders hätte kommen sollen/können/müssen aber in dunklen Minuten quäle ich mich mit den Gedanken, was ich hätte tun können. Hätte ich darauf bestehen sollen, dass der Arzt in der Nacht noch einmal kommen soll? Habe ich mit den Medikamenten etwas falsch gemacht? Habe ich etwas übersehen? Bin ich schuld?

Es liegt in der Natur des Menschen in allem einen Sinn und Grund finden zu wollen. Aber manchmal eben gibt es eine Art höhere Macht, die etwas lenkt. Zumindest rede ich mir das gerade ein.

Ich bemühe mich nicht über sie zu reden und doch will ich gleichzeitig nur über sie reden. Ich weiß, dass das keinen Sinn macht aber was macht in diesen Tagen schon Sinn?

Ich versuche nun etwas zu schlafen aber ich vermisse ihr Schnarchen einfach so sehr…

P.S. diese Seite wird nun kein Blog, der sicher um diese Themen dreht. Wir sind bald wieder lustig und informativ. Versprochen.

Es ist 5:30 Uhr.Zu dieser Uhrzeit musste Anouk immer das erste Mal raus. Sie sprang flugs in den Garten, machte ihr Gesc...
09/07/2026

Es ist 5:30 Uhr.

Zu dieser Uhrzeit musste Anouk immer das erste Mal raus. Sie sprang flugs in den Garten, machte ihr Geschäft und kuschelte sich dann wieder in ihre Koje. Gut, manchmal vergaß sie, dass sie noch das große Geschäft hätte machen müssen aber ich nahm es mit Humor und irgendwie war es immer wie ein Glücksspiel. Hat sie auf dem Fußboden ein Geschenk hinterlassen oder nicht.

Ich liege im Bett und auf meine innere Uhr ist Verlass. 05:30 Uhr… Anouk muss mal.
Dann verfalle ich schlagartig in eine bleierne Lähmung, da mir bewusst wird, was gestern geschehen ist.

Gestern ist ein Teil unserer Familie gestorben. Ein so wichtiger Teil.

Ich räumte gestern noch auf. Ihr Körbchen kam in die Wäsche, ihre ganzen Mittelchen und Medikamente kamen in eine Box und ihre Plüschtiere legte ich aus dem Weg in die Kiste zu den anderen. Es war wichtig mich zu beschäftigen aber als ich ein letztes Mal ihr plüschiges loses Fell aufkehrte, ein letztes Mal schmunzeln musste, weil sie wieder eine Tablette nicht essen wollte und in ihrer Decke versteckte, ihren Geruch nach Popcorn ein letztes Mal roch, war es vorbei.

Ich bin nach wie vor überrascht wie wenig Auswirkungen der gestrige Tag hatte. Ich konnte nicht glauben wie alle ihren Alltag weiter verbrachten und die Welt nicht stoppte sich zu drehen. Wieso leben alle ihr Leben weiter, lachen, arbeiten, gehen ihrer Wege wenn Anouk nicht mehr ist?! Es fühlte sich alles falsch an.

Die letzten drei Wochen waren hart und die letzten zwei Nächte noch härter. Ich gehe nicht ins Detail. Diese Erfahrungen nehme ich mit ins Grab. Sie war eine absolute Kämpferin und hatte in sehr jungen Jahren schon alle Diagnosen, die ein Schäferhund nur haben kann. Dennoch haben wir es geschafft sie bis zu ihrem 14ten Lebensjahr auf den Füßen zu halten. Wackelige Füße am Ende, zugegeben, aber sie hatte dennoch gar keine Probleme unser Rudel auch so zu führen. Dann watschelt man halt etwas langsamer zu den frechen Gören und klatscht ihnen zeitversetzt eine wenn sie Blödsinn machten.

Alle achteten sie sehr. Selbst unser Satan Zenzi salutierte wenn Anouk ihre Befehle gab.

Wir ließen den Rest der Onecornerdogs sich gestern verabschieden. Es war so surreal und gleichzeitig tröstend denn Hunde gehen mit Trauer zuweilen anders um. Es wird realisiert, dass ein Rudelmitglied nicht mehr lebt, schnüffelt intensiv und nachdem es in den kleinen Plüschhirnen kurz rattert, entscheidet man doch wieder in dem alten Loch zu buddeln, in dem man vor 4 Monaten mal eine Maus gesehen hat.

Anouk hat viele Meilensteine mit uns erlebt und vielleicht auch viele Lebensentscheidungen mit beeinflusst. Sie war unser zweiter Hund ever und dass wir als Anfänger eine schutzhundausgebildete ausgewachsene Schäferhündin ohne bekannte Vergangenheit aus einer Tötung in Ungarn ungesehen adoptierten, war rückblickend betrachtet, nennen wir es mal mutig.

Anouk kam und merkte direkt was für Pfeifen wir waren. Sie hätte uns sehr auf der Nase herumtanzen können aber entschied sich dafür es uns so unendlich leicht zu machen. Sie war immer großzügig, verzeihte so viele Fehler, schaute einen mit ihren braunen Augen an und ließ einen wissen, dass in dem Moment andere Hunde ganz anders reagiert hätten aber sie ließ uns den ganzen Quatsch, den wir damals als Laien machten, einfach durchgehen. Weil sie uns liebte. Bei Gott, was liebte uns dieser Hund. Sie war immer dabei, stand immer hinter einem, wollte immer wissen, ob sie helfen kann, im Zweifel aber ob sie ihren Pelz geknetet bekommen kann. Als ich ein Mal notfallmässig ins Krankenhaus musste, stellte sie das Essen ein und erst als sie mich im Krankenhaus besuchen konnte, sah, dass es mir gut ging, entschied sie doch noch ein wenig weiter zu leben.

Sie liebte uns so sehr, dass sie in einem letzten Akt der Gnade uns ein Geschenk machte. Anouk wusste, dass ich sie nicht hätte gehen lassen können. Ich hätte die Hölle aufgetan, Schlachten geschlagen und alle Feinde besiegt, um sie am Leben zu erhalten.
Und so tat sie das, was sie Zeit ihres Lebens immer tat: sie traf eine selbstlose Entscheidung.

Anouk starb gestern friedlich im Schlaf. Schmerzfrei. Sie lag einfach entspannt da und man sah in ihrem Blick, dass sie sich ganz kurz vorher auf den Weg gemacht haben muss. Ihr Blick sagte: alles ist gut, meine Zeit ist gekommen und ich nehme euch zum Ende die schwerste Entscheidung ab, die man als Tierbesitzer treffen kann. Es war ein guter Tod.

Der Himmel färbte sich gestern Abend wunderschön über der Ranch und ich glaube das lag daran, dass Anouk ankam. Leichtfüßig, frei und ohne Schmerzen rannte sie los. Was für ein Fest es da oben gewesen sein muss so viele Menschen und Tiere zu treffen, von denen ich ihr erzählt habe.

Als ich sie gestern das letzte Mal berührte, sie verabschiedete, flüsterte ich ihr ins Ohr, dass sie das beste Mädchen auf der Welt war.

Das war sie wahrlich und ich werde sie unendlich vermissen. Bis an mein Lebensende.

Man sagt, dass einem Hunde ein Mal im Leben das Herz brechen und das ist absolut wahr. Allein der körperliche Schmerz ist kaum zu beschreiben, als ob einem der Platz zum Atmen fehlt.

Aber wenn ein gebrochenes Herz etwas Gutes hat, dann dass die Risse irgendwann dafür genutzt werden das Licht herein zu lassen.

Gute Reise, mein Mädchen. Es war uns eine Ehre 💞

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Rattenberg

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