14/03/2020
Liebe Vollererhof-Gäste & Freunde!
Es geht uns in diesen Tagen allen recht ähnlich und um der weiteren Verbreitung des Corona-Virus entgegenzutreten, sind eben auch Maßnahmen zu ergreifen, die uns vielleicht nicht gefallen.
Den behördlichen Vorgaben entsprechend, haben auch wir unser Haus ab Montag (16.3.) geschlossen und den aktuellen Betrieb massiv eingeschränkt, damit unsere Gäste geregelt Ihre Heimreise antreten können.
Ohne belehrend wirken zu wollen oder mit Anspruch auf "Allwissenheit", erlaube ich mir aber das Anbringen einiger persönlicher Gedanken: ich bin der Meinung,dass diese Ausnahmesituation, die damit verbundenen Herausforderungen und gegebenenfalls auch persönlichen Verluste uns gleichzeitig die Möglichkeit geben, unsere Lebensinteressen neu auszurichten. Wir haben nun die Gelegenheit, zu erkennen, was wirklich wichtig ist und somit können wir schon jetzt positive Akzente für die Zeit danach, setzen.
Wenn wir es schaffen, an dem Strang, an dem wir nun alle gemeinsam ziehen müssen, auch den zuletzt noch "verhassten" Nachbarn von nebenan, mitziehen zu lassen, dann kann letztlich alles nur gut werden!
Unsere Generation, hier im Herzen Europas, war in ihrer gesellschaftlichen Einheit noch nie in der Situation, sich mit derartigen Herausforderungen konfrontiert zu sehen und sich trotzdem keine Sorgen darüber machen zu müssen, ob der Speiseteller heute Abend noch gefüllt sein wird. Unseren Eltern und Großeltern erging es vor knapp 80 Jahren anders und war damalige Zeit um einiges entbehrungsreicher, als wir uns das sogar jetzt überhaupt vorstellen können.
Es geht jetzt nicht darum, Schuldige zu suchen oder vielleicht auch Spekulationen anzuheizen, wie es so weit kommen konnte, sondern:
Schützen Sie sich, schützen Sie Ihre Lieben und vor allem jene, deren Risiko zu erkranken, höher ist.
Wenn unsere Regierung daraus lernt, dann wird Sie bei den finanziellen Unterstützungen noch über das heute vorgestellte Hilfsbudget hinausgehen, weil sie hoffentlich feststellt, dass wir im nächsten Jahr sicher keine neuen Militärjets brauchen und weil es sowieso wir "Kleinen" sind, die Ihre Finanzmittel bewusst nicht in der Karibik geparkt, sondern mit unseren Steuerabgaben genau für solche Fälle angespart haben.
Halten Sie, als kleinste "Zelle"unseres Gesellschaftsgeflechts, den Kleinbetrieben in Ihrer Umgebung die Treue: dem Landwirt, der das ganze Jahr Eier, Milch und alle notwendigen Grundprodukte herstellt. Er hört auch jetzt nicht damit auf. Dem kleinen Bäcker, der daraus auch ohne "Schaumgummi-Vormischungen" noch Brot backen kann. All jenen, die in unserer unmittelbaren Umgebung auch ohne Hight-Tech bei der täglichen Versorgung ihren Beitrag leisten und deren Qualitäten im Normalfall viel zu wenig Beachtung finden. Da wird das Handwerk plötzlich wieder gebraucht.
Genug der philosophischen Ansätze, jeder von uns hat nun selbst ausreichend Zeit, für umfangreiche Gedankenspiele und zum umdenken. Denn die Reduktion sozialer Kontakte und der damit verbundene Zustand einer reduzierten Kommunikation, gewährt nun unglaublich viel Freiraum im Denkzentrum unseres Gehirns.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles Gute und werden bald wieder unsere Tore öffnen! Dann freuen wir uns, wenn wir Sie wieder bei uns begrüßen dürfen!
Ihr Christian Scheck