25/07/2026
Tag 11 – Chimborazo (6.263 m) – Geschafft! 🏔️🇪🇨
Um 1 Uhr begann unser Aufstieg. Es war stockdunkel, der Weg war verschneit und wir sahen nur das, was unsere Stirnlampen gerade noch erfassten. Anfangs war es kühl, aber mit der richtigen Kleidung gut auszuhalten.
Nach rund einer Stunde erreichten wir bereits die erste Kletterpassage – und ja, es war echtes Klettern. Gleichzeitig frischte der Wind immer stärker auf und die Temperaturen fielen spürbar.
Am Gletscher begann der eigentliche Kampf. Jeder einzelne Schritt kostete viel Kraft. Mit zunehmender Höhe wurde die Luft immer weniger, der Wind immer stärker und die Kälte immer brutaler. Der leichte Schneefall peitschte uns ins Gesicht. Geschätzt lagen wir bei einer Windchill-Temperatur von etwa -25 bis -30 °C. Wangen, Nase, Finger und Zehen froren ein – es war einfach nur noch kalt.
Schließlich erreichte ich auf rund 6.040 Metern meine persönliche Grenze. Der Gipfel schien unerreichbar. Mir fehlte die Luft, die Kraft war weg und ich wollte umkehren.
Doch mein Bergführer schaute mich an und sagte: „Nur noch etwa eine Stunde – das schaffst du.“
Er sollte recht behalten.
Nach knapp einer weiteren Stunde standen wir am Vorgipfel. Ich bedankte mich bei meinem Guide und sagte: „Das reicht mir. Den Hauptgipfel brauche ich nicht mehr.“
Doch wieder überzeugte er mich, noch die letzten Meter zu gehen. Gemeinsam schafften wir schließlich auch den Hauptgipfel des Chimborazo auf 6.263 Metern.
Oben war es noch immer dunkel. Außer einer schneebedeckten Kuppe gab es kaum etwas zu sehen – keine Aussicht, kein Sonnenaufgang, nur eisiger Wind. Das war zwar schade, aber in diesem Moment spielte es keine Rolle. Ich hatte mein Ziel erreicht.
Nach nicht einmal zwei Minuten machten wir uns wieder an den Abstieg. Auch dieser verlangte mir noch einmal alles ab. Die Beine waren leer, jeder Schritt kostete Kraft.
Um 7 Uhr erreichten wir das Hochlager, wärmten uns kurz auf und stiegen anschließend weiter ins Tal ab, wo Christian bereits auf uns wartete.
Fazit:
Der Chimborazo hat mir alles abverlangt. Kälte, Wind, Höhe und Erschöpfung brachten mich mehrfach an meine Grenzen und darüber hinaus.