08/09/2024
"Ist das Befreiende an Trennungen, dass sie zu einem Realitätsbruch führen, ähnlich wie bei Tieren, die sich der Welt ausserhalb ihres Zoos bewusst werden und sich daran erinnern, ursprünglich, vor vielen Jahren, in Freiheit geboren worden zu sein?"
Diese Frage aus dem Buch mit dem Titel «Muss man das Schöne in sich tragen, um es in der Welt zu erkennen?» von Sven Michaelsen bringt es für mich auf den Punkt. Ja, genau so hatte ich es viele Jahre in meinem Leben erlebt. Beziehung bedeutete für mich Sicherheit, jemanden an meiner Seite zu haben, vielleicht regelmässigen S*x, aber auch Langeweile, unerfüllte Sehnsüchte, Träume und allgemein eine reduzierte Lebendigkeit.
Mit den Jahren wurde mir bewusst, wie unglücklich ich damit war. Wie es mich immer wieder fast zerriss, zwischen Freiheit und Beziehung entscheiden zu müssen. Ich spürte immer stärker, wie ich beides brauche.
Je mehr ich darüber in Büchern las, mich austauschte, je klarer wurde mir, dass ich meine Freiheit für Sicherheit geopfert hatte. Ich konnte wichtige Wünsche, Bedürfnisse und Sehnsüchte mit meiner Frau nicht teilen, weil ich Angst hatte, sie zu verlieren. Mir wurde bewusst, dass viele Menschen es mir gleichtun, sich in Sicherheit begeben, das Leben aussperren und innerlich langsam sterben. In den eigenen, partnerschaflichen und gesellschaftlichen Erwartungen gefangen, geht so viel von uns verloren. Beziehungen zerbrechen, wo eigentlich mal so viel Liebe war.
In einer grossen Wut und Hilflosigkeit erkannte ich, dass ich so nicht mehr weiter leben möchte. Ich wollte mein Leben nicht mehr von meiner Angst diktieren lassen. Der einzige Weg aus dieser Situation war radikale Ehrlichkeit gegenüber mir selbst und meinen Liebsten. Es gab Momente, da hatte ich den Gedanken, dabei alles zu verlieren, was mir lieb war. Dass ich mittellos irgendwo stranden werde, ausgestossen und alleine. Es war ein schmerzhaftes Sterben, sich in die Fluten des Lebens zu begeben und die Kontrolle abzugeben.
Zu meinem grossen Erstaunen blieb vieles ruhig. Ich wurde nicht verlassen, obwohl mein Umfeld einem anderen Stefan begegnete. Es gab zu Beginn vermehrt Auseinandersetzungen, auch Enttäuschungen und Konfrontationen mit dem eigenen Schmerz. Und doch spürte ich schnell, wie meine Liebe für mich, meine Liebsten und das Leben immer grösser wurden, wie ich mich nun dem Leben ganz hingeben konnte und es mich so reich beschenkt. Wir alle konnten an dieser neuen Situation wachsen.
Unsere Ängste sind oft wirklich schlechte Ratgeber. Sie kommen auch bei mir immer mal wieder, trotz aller inneren Arbeit, aber sie sind leiser geworden. Um wirklich zu lieben, brauchen wir die ganze Freiheit. Nur so kann sich unsere Wesen zu Fülle und Schönheit entwickeln.
Das wünsche ich uns allen und der ganzen Welt!
Im Workshop "BerührtSein" vom 25. bis 27. Oktober im Sonnennest landen wir ein, Ängste zu überwinden, Schutzmechanismen loszulassen, ganz im Sein zu landen und uns noch mehr mit unseren Wahrheiten zu verbinden. Dies macht uns berührbarer, verletzlicher und bezogener. Wenn du auch noch mit dabei sein möchtest, melde dich gerne bei mir. Weitere Infos findest du hier ...
Am nächsten Wochenende gibt noch eine Terminänderung: Am Samstag, 14. September lege ich von 18.30 bis 20.30 Uhr in der Tantzeria auf und am Sonntagmorgen 15, September tanzen wir dann auf der Halbinsel Au. Ich freue mich, wenn du auch kommen magst.
Alles Liebe Dir!
Stefan Gut
www.being-one.ch