24/08/2018
Einfach unschlagbar 👍
Es ist zwar nicht der Stoff, aus dem die Träume sind, aber er bietet nahezu unendlich viele Möglichkeiten: Aluminium. Aufgrund seiner Robustheit, Leichtigkeit und Langlebigkeit wird er in vielen Dingen verbaut. Auch wir nutzen diesen praktischen Werkstoff für unsere Wärmetauscher.
Aluminium begeistert durch einen großen Facettenreichtum. Mit Hilfe moderner Anlagentechnik lässt sich es in nahezu jeder Form verarbeiten. Man kann es gießen, walzen, zerspanen, pressen, schweißen, biegen, sintern, löten, umformen… und noch mehr. Ein alltäglicher und doch ein ganz besonderer Werkstoff, der als profane Alu-Folie in der Küche ebenso hervorragende Dienste leistet wie in der Automobilindustrie. Die Fahrzeugbranche ist der wichtigste Abnehmer für dieses Material, das sowohl in der Karosserie als auch in Motoren oder im Fahrwerk Verwendung findet.
Wenn es um Mobilität geht, ist Aluminium nicht mehr wegzudenken: 43 % des Primäraluminiums werden dafür genutzt – auf der Straße, über den Wolken, auf den Schienen. Beim Bau von Flugzeugen gilt der Werkstoff (neben Kohlefaser-Verbundstoffen) als ideal bezogen auf die Herstellungskosten, niedrige Dichte, hohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Die Bauteile müssen extremen Belastungen standhalten.
Moderne Personenzüge werden dem Namen Eisen-Bahn längst nicht mehr gerecht. Beim ICE bestehen die Wagenkästen aus Aluminium, so können Hochgeschwindigkeitszüge mit mehr als 350 km/h über die Schienen rauschen. Auch auf den Weltmeeren gewinnt das Material ebenfalls an Bedeutung. Aluminiumlegierungen erfüllen hervorragend die unterschiedlichen Anforderungen von Schiffen, die schnell, wendig, leicht, stabil, belastbar und langlebig sein sollen. Neueste Aluminiumwerkstoffe gelten als ausgesprochen robust, korrosions- und seewasserbeständig.
Wer die Vorzüge von Aluminium jedoch auf ihren praktischen Nutzen reduziert, tut dem Material unrecht. Wenn es um anspruchsvolles Design bei geringem Gewicht geht, ist der Werkstoff heute in vielen Bereichen erste Wahl. Für Gehäuse von Smartphones oder Notebooks verwenden die Hersteller hochwertiges Aluminium – Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die für eine moderne Gesellschaft unverzichtbar sind. Und die nicht nur wegen ihrer Gestaltung, sondern auch aufgrund der Materialkombination von Aluminium und Glas für Eleganz, Hochwertigkeit, herausragende Haptik und Lebensfreude stehen.
Und noch etwas zur Geschichte: Aluminium ist ein „alter“ Werkstoff, dessen Blütezeit jedoch erst in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts begann. Bereits im Altertum kannte man die Aluminiumverbindung Alaun. Im Jahr 1854 gelang Henri Etienne Sainte-Claire Deville die technische Herstellung von Aluminium mit einem Verfahren, das die Produktionskosten senkte. Dennoch war es für eine breite Anwendung noch zu teuer. Aluminium wurde im Rang von Gold gehandelt.
Erst die 1886 patentierte Schmelzflusselektrolyse, der Hall-Héroult-Prozess, ermöglichte eine stark steigende Aluminiumproduktion. In der Folge sanken die Preise von 300 Reichsmark für ein Kilogramm im Jahr 1856 auf 1,80 Reichsmark im Jahr 1900. Die steigende Nachfrage und immer neue Anwendungsmöglichkeiten im vergangenen Jahrhundert haben den Aluminiumpreis seitdem getrieben. Nach der Jahrtausendwende ging es steil bergauf – von 1.000 € für eine Tonne bis auf mehr als 3.000 € in Spitzenzeiten. Dies ist auch ein Beleg für die Beliebtheit des Werkstoffes Aluminium.