18/08/2026
Auszug aus meinem Brief vom 5.7.26 an die Deutsche Bahn und Stadt Bad Kreuznach:
Appell an alle Verantwortlichen und Entscheidungsträger.
Ich appelliere eindringlich an Ihre Verantwortung gegenüber einer Tierart, die ohne unseren Schutz kaum noch eine Zukunft hat.
Wiederholt brachten mir Gäste verendete Würfelnattern, die sie auf der Straße Zur Alsenz gefunden haben.
Dies zeigt, dass der Bereich von der Baustelleneinrichtungsfläche bis zum Alsenzufer weiterhin aktiver Lebensraum der Würfelnatter ist.
Die Würfelnatter ist vom Aussterben bedroht. Eine Tatsache, die wir unseren Gästen, besonders den Kindern tagtäglich nahe bringen.
Jeder verbliebene Lebensraum, jedes Winterquartier und jeder ungehinderte Wanderweg sind für das Überleben der lokalen Population von entscheidender Bedeutung. Was heute zerstört oder versperrt wird, lässt sich morgen nicht einfach ersetzen.
Die derzeitige Nutzung der Fläche als Lager- und Umschlagplatz mit regelmäßigem Schwerlastverkehr stellt aus meiner Sicht eine erhebliche Gefährdung dieser Tiere dar.
Besonders im Herbst, wenn die Nattern ihre Winterquartiere aufsuchen, drohen ihnen vermeidbare Verletzungen, Tötungen und die dauerhafte Unterbrechung ihrer angestammten Wanderwege.
Der bislang gemachte Vorschlag einer zusätzlichen Planenabspannung rund um die Fläche und rund um jeden Materialhaufen, der die Tiere daran hindern soll, ihre Winterquartiere zu erreichen, kann doch nicht ernsthaft die Lösung sein.
Ein vom Aussterben bedrohtes Tier am Zugang zu seinem Winterquartier zu hindern, schützt es nicht - es nimmt ihm eine Möglichkeit zu überleben!
Siehe auch BNatSchG §44 1.1 und 1.2 (Stand 2026)
Ich bitte Sie deshalb eindringlich, Ihre Verantwortung wahrzunehmen und die notwendigen Entscheidungen zu treffen, bevor die Herbstwanderung beginnt.
Räumen Sie die Baustelleneinrichtungsfläche zugunsten einer anderen Fläche rechtzeitig, also im September/Oktober, so dass die Würfelnattern ungehindert ihre Winterquartiere erreichen können.
Naturschutz bedeutet nicht nur, Gesetze einzuhalten. Er bedeutet auch, dort Verantwortung zu übernehmen, wo menschliches Handeln über Leben und Tod einer bedrohten Art entscheidet. Gerade öffentliche Vorhabenträger und Behörden sollten hierbei Vorbild sein.
Es geht mir nicht darum, den Bau eines Bahnhofes grundsätzlich infrage zu stellen. Es geht darum, eine Lösung zu finden, die den Bau ermöglicht, ohne eine streng geschützte und vom Aussterben bedrohte Tierart zusätzlich zu gefährden.
Dieser Konflikt ist lösbar - wenn der Wille dazu vorhanden ist.
Die Würfelnatter kann nicht für sich selbst sprechen. Deshalb bitte ich Sie, heute die Entscheidung zu treffen, die ihnen eine bessere Chance ermöglicht, zu überleben .
Der Wert einer Entscheidung zeigt sich nicht daran, wie schnell ein Bauvorhaben voranschreitet, sondern daran, ob wir bereit sind, einer vom Aussterben bedrohten Art den Platz zum Überleben zu lassen, den sie seit Jahrhunderten nutzt.
Dorothee Bermes
Campingplatz Nahe Alsenz Eck