12/06/2026
NEWS No. 12 540.56.60 "call me now!" Nein, mitnichten. 540.56.60 steht heute zum 12. Mal infolge für 540 Jahre Grandhotel Schwarzer Bock Wiesbaden, 56. Geburtstag meiner Firma: VHC Völcker Hospitality Company GmbH, Wiesbaden/Bad Schwartau und "Diamantenes Berufsjubiläum: Begonnen hat alles am 1. April 1966 in Berlin. Kein Scherz...
Schon lange davor sahen sich die Führungskräfte mit gesundem Menschenverstand in der menschlichen Pflicht die Werte ihrer Zeit zu leben, den Nachwuchs zu fördern, faire Arbeitsbedingungen zu schaffen (Arbeitszeiten kamen dabei manchmal zu kurz - hat aber keinen gestört, das gute Gefühl gebraucht zu werden war uns wichtiger als "Work-Life-Balance".) Monatlich DM 90,00 Lehrlingsgehalt - Vater gab DM 50,00 dazu. Tja, das war eben so, und wir kamen mit Tip und Nebenjobs prima über die Runden. (Ich verdiente knapp DM 1.000,00 im Monat: 5 Nebenjobs und immer noch genug Zeit das Leben in vollen Zügen zu genießen. - trotz der Russen hinter der Mauer quer durch Berlin... (hatte ein Zimmer am Kurfürstendamm 57. Beetle Bj 56, H-Jolle im Verein Seglerhaus am Wannsee...
Der Umgangston war fordernd professionell und respektvoll - wir waren aber auch alle gut, willig, pünktlich und gehorsam. Wir respektierten unsere Chefs, alles angekommene Könner. Zuhören, lernen und Klappe halten. Oder wie man Vater sagte: Du sprichst, wenn Du gefragt wirst. Von nichts kommt nichts. Fair Jobs Hotels feierte 10 jähriges Bestehen. Jede Generation meint, was die Alten machten ist von gestern. Stimmt. Nur was heute so gemacht und gedacht wird ist morgen auch schon von gestern.
Zum Nachwuchs könnte ich stundenlang referieren. Sie wahrscheinlich auch. Jedoch, was wir in über 60 Jahren nicht hingekriegt haben ist die überwiegend grottenschlechte Bezahlung. Auf einer Skala von 50 Berufen liegt die Bezahlung in Hotellerie und Gastronomie auf Platz 48. Platz 50 steht für die niedrigste Bezahlung aller Berufsgruppen: Freunde, Kollegen - und da wundern Sie sich? Hier liegt der Kern aller Probleme. Aus die Maus.
Iss so! Ja. Könnte man ändern, wenn man wollte, was man sollte. Edward de Bono, Mediziner und Psychologe, äußerte sich in der „Wirtschaftswoche“ vor einiger Zeit zu den Problemen der Menschheit (von mir leicht aktualisiert) so: "Heute ist das größte Problem nicht der Fachkräftemangel, der Klimawandel, nicht Präsident Trump, nicht die Bedrohung durch Russland, nicht Terror, Sozialismus oder die AfD, sondern: Erstarrtes, oft armseliges, unkreatives Denken." – Ergänzung Völcker: „und die erstarrten subelitären Macht-Inhaber auf allen Ebenen, (Verbände inklusive) „die ihren A***h nicht hoch kriegen“ (Prof. Evi Hartmanns "Titel" ihres gleichnamigen Buches).
In diesem Sinne rate ich zur Nabelschau mit dem Ziel, die Bezahlung von Platz 48 auf Platz 20 zu steigern. Geht nicht gibt´s nicht. Mit ein wenig viel konstruktiver Zerstörung unserer Gepflogenheiten kriegen wir das hin, denn Hotel- und Gastro-Leute sind von Natur aus Könner und Macher.
Bild links: Auszeichnung der Brillat Savarin Stiftung. Rechts mein Sohn Paul-Alexander Völcker (49), heute Hands-on Geschäftsführer der Q Gastronomie in Bremen mit bald 10 Gastrobetrieben und geschätzt € 10.0 Mio. Umsatz. Hut ab! Alles geht, wenn man will, was man muss...