25/01/2015
Brief an die Stadträte vom 11.12.2014
Unser Ziel ist es, die künftige Entwicklung im Badeteil und auf unseren Grundstücken in konstruktiver Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung optimal zu lösen.
Ausgangslage: Die Struktur des ehemaligen Kurviertel hat sich gewandelt, die Anforderungen von Freizeit-Betrieben haben sich verändert
- Die Umgebung des Alpamare-Areal besteht praktisch nur aus Wohngebäuden, mittlerweile werden 87% aller Gebäude zu Wohnzwecken genutzt, dadurch wurden leerstehende Sanatorien und Kurkliniken wieder mit Leben erfüllt
- Eine moderne Freizeitanlage hat heute andere Anforderungen an Flächen und Umgebung, und kann im ehemaligen Kurviertel nicht funktionieren. Das Freizeitverhalten hat sich stark gewandelt, Freizeitaktivitäten verlagern sich immer mehr auch in die Nacht- und frühe Morgenstunden. Dies führt bereits heute zu Konflikten: Unsere erfolgreichen DJ-Nächte in der Trinkhalle und unsere Open-Air-Konzerte im Herderpark mussten wir wegen Klagen aus der Nachbarschaft beenden. Events im Alpamare sind immer starken Einschränkungen unterworfen.
Diese Ausgangslage wurde in einer Stadtratssitzung im November 2013 ausführlich beleuchtet. In den Diskussionen im Stadtrat zur weiteren Entwicklung Alpamare hat sich bald herauskristallisiert, dass ein wesentlicher Teil von Ihnen mit dem heutigen Standort des Alpamare unglücklich ist, insbesondere mit der schwierigen Parkplatzsituation und der Imissionsschutzproblematik, die zu deutlichen Nutzungseinschränkungen geführt hätte (z.B. Schliessung des Bades spätestens um 22 Uhr). Der Neustart „Arzbacher Strasse“ mit einem Neubau auf der grünen Wiese wird bevorzugt, weil man sich davon eine bessere Ausgangslage bezüglich Parkplätze, Öffnungszeiten länger als 22 Uhr und Synergien mit neuen Hotels verspricht.
Stillstand führt zu einer Abwärts-Spirale, die weite Bereiche der Stadt betreffen könnte
Eine touristische Nutzung auf den Grundstücken der Jodquellen AG ist aus den oben genannanten Gründen nicht mehr sinnvoll. Das Alpamare ist das einzige Freizeitbad in Deutschland ohne Unterstützung der öffentlichen Hand, in den letzten sieben Jahren hat die Jodquellen AG mit über EUR 4,5 Millionen aus Grundstücksverkäufen den Betrieb des Alpamare finanziert. Ein Weiterbestand oder eine Weiterentwicklung ist wegen fehlendem Platz und Nutzungskonflikten mit der Nachbarschaft nicht möglich. Ohne ein Alpamare fehlt die wirtschaftliche Basis für ein Hotel. Eine baurechtliche Festschreibung einer touristischen Nutzung kann wirtschaftlich nicht umgesetzt werden, und würde deshalb zu einem Stillstand aller Entwicklungen auf den Arealen der Jodquellen AG führen. Dieser Stillstand wäre aber zum Nachteil der weiteren Entwicklung im ehemaligen Kurviertel, auch für die heutigen Gastgeber und für neue Investoren in anderen Gebieten. Damit besteht die Gefahr einer Abwärtsspirale, die vom Stillstand ein einem Ort zu einer sich verstärkenden Negativentwicklung im ganzen Gebiet und für einen ganzen Wirtschaftszweig führen würde.
Strukturwandel als Chance für Neuanfang
Auf Wunsch der Stadt und gemeinsam mit der Stadt wurde ein städtebaulicher Rahmenplan entwickelt, der die Entwicklung des Alpamare-Areal „ohne Bad“ aufzeigt. Dieser Plan wurde dem Stadtrat Mitte 2013 in zwei Sitzungen vorgestellt (Anlage: Vereinbarung mit der Stadt Bad Tölz). Wir sehen diese Planung als Chance, die bereits begonnene Entwicklung im Bereich Wilhelmstrasse – Schützenstrasse – Herderstrasse vernünftig weiterzuführen. Der Jodquellen AG ist daran gelegen, mit Massnahmen wie „familienfreundliches Wohnen“ das Gebiet besser zu durchmischen und den Bedürfnissen der Familien in der Stadt Bad Tölz Rechnung zu tragen.
Gleichzeitig ist es unser Ziel, entlang der Ludwigstrasse einen innovativen medizinischen „Gesundheitspark Jodquellenhof“ zu entwickeln. Dies soll in enger Abstimmung mit den städtischen Plänen für ein Gesundheitszentrum an der Isar geschehen, damit daraus ein „Gesundheitscluster Bad Tölz“ entsteht – ein wichtiger Baustein für den künftigen Tourismus in Bad Tölz.
Die Projektentwicklung „Arzbacher-Strasse / Bockschützstrasse“ erlaubt es der Stadt, eine zeitgemässe touristische Anlage „aus einem Guss“ zu realisieren. Sicher wird das Spa ein besonderer Anziehungspunkt werden für Touristen und Tölzer Bürger. Wir sind bereit, in der Entwicklung des Tölzer Spa unsere Erfahrungen miteinzubringen und einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg dieses Projekts zu leisten.
Wir sind uns bewusst, dass die Diskussionen über die Zukunft des Badeteils noch nicht abgeschlossen sind. Gerne stehe ich Ihnen im Rahmen von Fraktionsgesprächen o.ä. für einen weiterführenden Dialog zur Verfügung.