30/09/2026
🏰 Wusstest du, dass Neuwieds erstes Schloss älter war als die Stadt selbst?
Nach dem Dreißigjährigen Krieg suchte Graf Friedrich III. nach neuen wirtschaftlichen Perspektiven für seine stark geschwächte Grafschaft. Dabei richtete er seinen Blick vom Wiedtal auf den Rhein, der schon damals eine wichtige Verkehrs- und Handelsachse war.
1648 erwarb Friedrich III. bei Langendorf ein Anwesen und ließ es zu einer befestigten gräflichen Residenz ausbauen. Mit Wällen, Gräben und Bollwerken war diese Anlage deutlich wehrhafter als das Schloss, das wir heute kennen. Besonders spannend: Die Residenz wurde bereits „Newen Wiedt“ genannt.
Die Stadt Neuwied gab es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Erst 1653 erhielt Friedrich III. die Genehmigung, bei Langendorf die Stadt „Newen Wiedt“ zu errichten. Am 26. August wurden die bereits 1357 für Nordhofen verliehenen, dort aber nicht verwirklichten Stadtrechte auf die neue Siedlung übertragen.
Damit war nicht nur die erste Residenz älter als die Stadt. Auch der Name „Newen Wiedt“ wurde schon verwendet, bevor Neuwied offiziell gegründet wurde.
Die befestigte Residenz bestand allerdings nur wenige Jahrzehnte. 1694 wurde sie im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen zerstört. Ab 1707 entstand schließlich das Schloss, das wir heute kennen. 🏰
📷: Von der ersten Residenz existieren keine historischen Abbildungen. Das hier verwendete Foto zeigt das heutige Schloss und stammt wohl aus dem späten 19. Jahrhundert.