10/09/2018
ETCS Exkursion der Young Railway Professionals zu Siemens in Berlin
Am 06.09.2018 trafen sich die Young Railway Professionals des Bezirks Berlin-Brandenburg bei Siemens in Berlin-Treptow. Auf der Tagesordnung stand das zukunftsträchtige Thema ETCS. In einem fünfteiligen Programm erfuhren die Teilnehmer fast alles über die breite Produktpalette, die Siemens zu ETCS anbietet. Im ersten Teil stellte der Leiter der Projektierungsabteilung, Herr Krause, den geschichtsträchtigen Standort an der Heidelberger Straße vor. Der Standort war 1866 eine Fabrik für Petroleumlampen und entwickelte sich nach dem 2. Weltkrieg als VEB Werk für Signal- und Sicherungstechnik Berlin (WSSB) zum wichtigen Hersteller für Signaltechnik und Stellwerke für die DDR. Nach der Wende übernahm Siemens 1992 das Werk und beliefert damit bis heute den Weltmarkt. Im zweiten Teil erläuterte Herr Jerosch die grundlegenden Funktionsweisen von ETCS wie z.B. die Unterschiede zwischen ETCS Level 1 und Level 2 und die verschiedenen Komponenten, die im Fahrzeug und auf der Strecke notwendig sind. Teil 3 führte uns zu einem Projektierungsarbeitsplatz, wie er bei Siemens für PT2-Planungen verwendet wird. Ein Mitarbeiter stellte diesen vor und ging dabei besonders auf die verwendete Planungssoftware ein. Anschließend ging es zum 4. Teil, dem hauseigenen Fahrsimulator.
Am Beispiel der Strecke Berlin-Frankfurt/Oder zeigt uns ein Mitarbeiter, wie ETCS für Präsentations- und Übungszwecke simuliert wird. Dabei können alle Randbedingungen für ETCS, wie z.B. Bremskraft des Zuges, Zuglänge, Strecken- bzw. Fahrzeughöchstgeschwindigkeit, eingegeben und deren Auswirkungen erprobt werden. Im letzten und 5. Teil führte uns Projektmanager Herr Keller zur Demo-Lok ins Außenareal. Diese alte Rangierlok von Krauss-Maffei wurde für Demonstrationszwecke von Voith aufgearbeitet und zeigt interessierten Kunden, welche Möglichkeiten Siemens anbietet, an älteren Fahrzeugen Komponenten für ETCS nachzurüsten. Herr Keller ging dabei auf viele reale Beispiele für Kunden weltweit, wie z.B. Bahnbetreiber in Schweden, Kasachstan, Indien oder der Türkei ein und erläuterte landesspezifische Herausforderungen. Damit ging ein spannender Tag zu Ende.
Text und Fotos: Oliver Kneschk