09/10/2026
Sechs Jahre war Matze woanders. Ganz weg war er nie.
Seit dem 1. Oktober steht er wieder in unserer Küche. An seinem ersten Tag hat sich Mia mit ihm auf die Terrasse am See gesetzt. Mia ist bei uns in der Ausbildung. Matze hat noch ein paar Jahre bis zur Rente und will sie hier verbringen. Ihre fünf Fragen hatte sie von Hand aufgeschrieben. Zwei Generationen, ein Gespräch.
„Warum bist du 2020 gegangen?“
Ungern, sagt Matze. Ein Freund aus der Prignitz suchte einen Koch für sein kleines Hotel und fragte immer wieder. „Naja, letztendlich bin ich dann doch gegangen.“
„Wann hast du gemerkt, dass du zurückwillst?“
Als der Freund das Hotel verkauft hatte. In der Stelle danach kam das Essen fertig an und wurde im Plastik aufgewärmt. „Absolut nicht meins“, sagt Matze. Als er bei uns aushalf, hat er wieder gekocht. Seitdem spricht er von den „guten Produkten, die ich verarbeiten kann“. Und davon, dass man gern zur Arbeit gehen muss.
„Wer hat sich zuerst gemeldet, du oder das Landgut?“
Die Chefin. Abgerissen war der Kontakt aber in all den Jahren nicht. Matze schickte Grüße zum Geburtstag, blieb mit Kollegen in Verbindung und kam mit Familie und Hund zum Frühstück vorbei. Warum? „Weil man euch einfach mag.“ Als er dann kurz in der Küche aushalf, sagte die Chefin: „Komm, fang bei uns wieder an.“
„Was hat dir am meisten gefehlt?“
Nichts Bestimmtes, sagt er erst. Dann: das Gefühl, sich wohlzufühlen. An die Zeit hier habe er gern zurückgedacht.
„Wie war der erste Morgen zurück in der Küche?“
Als käme er aus dem Urlaub. Die Geräte sind neu. Sonst hat sich für ihn nichts verändert, vor allem die Kollegen nicht: „Das gleiche warme Verhältnis zu allen untereinander.“
Und einen Satz hat er gesagt, nach dem keine der fünf Fragen gefragt hat: „Ich freu mich auch sehr, hier zu sein, und freu mich auf die Aufgaben mit euch.“
Wir uns auch, Matze. Sechs Jahre waren lang genug.