01/08/2026
Verkaufspreise im Hausneubau sollten Erträge der Bauunternehmen sicherstellen
In der Baubranche, die von hohen Vorleistungen, langen Projektlaufzeiten und volatilen Materialpreisen geprägt ist, ist eine solide Gewinnmarge für Bauunternehmen nicht nur ein „Bonus“, sondern eine existenzielle Notwendigkeit. Wenn die Verkaufspreise die Erträge nicht nachhaltig sichern, gerät der Hausbau ins Wanken.
Warum auskömmliche Erträge für die Branche kritisch sind
Erträge sind weit mehr als nur der Gewinn der Gesellschafter. Sie erfüllen im Hausneubau entscheidende Funktionen:
Risikopuffer:
Bauprojekte sind anfällig für Unvorhergesehenes (Baugrundrisiko, Wetterextreme, Lieferverzögerungen). Ohne Ertragsmarge führen kleine Komplikationen sofort in die Verlustzone.
Gewährleistung und Haftung: Bauunternehmen haften über Jahre für die Qualität ihrer Arbeit. Die Rücklagen für diese Gewährleistungsansprüche müssen aus den aktuellen Erträgen finanziert werden.
Fachkräftesicherung:
Nur Unternehmen mit gesunden Margen können attraktive Löhne zahlen und in die Ausbildung investieren, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Innovation und Nachhaltigkeit:
Der Wandel hin zu klimaneutralem Bauen (Wärmepumpen, Photovoltaik, ökologische Dämmstoffe) erfordert hohe Investitionen in Fortbildung und neue Technologien.
Die aktuelle Kalkulations-Herausforderung
In den letzten Jahren ist die Kalkulation von Verkaufspreisen zu einer Gratwanderung geworden:
Faktor: Auswirkung auf den Ertrag:
Materialkosten Schwankungen vs. Festpreisgarantien.
Zinsentwicklung Höhere Zinsen vs. Nachfrage; Unternehmen
geraten unter Druck.
Regulatorik strengere Energieeffizienz-Standards (z.B. EH40)
erhöhen die Baukosten
Strategien zur Sicherung der Erträge
Damit Bauunternehmen trotz des Marktdrucks rentabel bleiben, setzen viele auf folgende Ansätze:
1. Gleitklauseln:
Statt starrer Festpreise werden zunehmend Preisgleitklauseln für bestimmte Rohstoffe (Stahl, Holz, Dämmung) vereinbart, um das Preisrisiko fair zu verteilen.
2. Standardisierung / Modulares Bauen:
Durch einen höheren Grad an Vorfertigung in der Werkshalle lassen sich Effizienzgewinne erzielen, die die Marge schützen.
3. Transparente Wertschöpfung: Kunden sind eher bereit, faire Preise zu zahlen, wenn die Qualität und die langfristige Ersparnis (durch geringe Energiekosten) klar kommuniziert werden.
4. Selektive Auftragsannahme:
„Umsatz ist nicht gleich Gewinn.“ Viele gesunde Unternehmen verzichten heute lieber auf ein riskantes Projekt, als einen Auftrag mit zu geringer Marge anzunehmen.
Fazit:
Ein Hauskauf zum „Dumpingpreis“ ist oft auch für den Bauherren riskant. Geht das Unternehmen während der Bauphase aufgrund fehlender Erträge insolvent, steht der Bauherr vor einem Scherbenhaufen. Faire Verkaufspreise sind somit ein Schutz für beide Seiten.
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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)
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