16/11/2025
Weltfalknertag - Quo vadis Falknerei
Wie die Vogelgrippe die Falknerei bedroht!
Die aktuelle Vogelgrippewelle rollt durch das Land. Biosicherheitsmaßnahmen, Stallpflicht, Sperr- & Überwachungszonen, Keulungen von Wirtschaftsgeflügel und auch Zootieren bei akuten Ausbrüchen, europaweit. Jagdverbote, Transportverbote, Veranstaltungsverbote usw. Alles zum Schutz von Haltungstieren, um einen Eintrag von außen zu verhindern.
Die klassische Falknerei, also die Jagd mit dem Greifvogel auf Beutewild, kann somit kaum noch gefahrfrei ausgeübt werden, wenn Sie nicht schon durch entsprechende Verbote untersagt ist, denn die meisten Beutetiere wie z.B. Rabenvögel, Wassergeflügel, Federwild, sind potentielle Vogelgrippeüberträger und somit eine Gefahr für den eigenen Beizvogel. Einmal daran erkrankt, verendet der Jagdvogel oder wird von Amtswegen gekeult.
Auffangstationen, Tierärzte und Falkner die sich oftmals ehrenamtlich um wilde Greifvögel und Eulen kümmern, stellen Ihren Dienst entweder ganz ein, oder nehmen nur noch Tiere mit negativem Vogelgrippe-Test auf um den Haltungsbestand nicht zu gefährden.
Zoos, Vogelparks, Greifvogelwarten schließen aus Vorsicht oder von Behörden angeordnet.
Wir, als Vergrämungsdienstleiser erleben es in diesen Wochen am eigenen Leib was all diese Dinge für uns bedeuten: Kunden können nicht mehr bedient werden, Aufträge müssen verschoben werden, Umsätze bleiben aus – Frei- Trainings- & Jagdflüge für unsere Vögel finden nicht statt. Zum Schutz werden die Biosicherheitsmaßnahmen (Desinfektionswannen, Abdeckplanen usw.) in der Falknerei erhöht, der ehrenamtliche Wildvogelauffang ist bis auf Weiteres eingestellt.
Die Angst die eigenen Vögel an den Virus zu verlieren, die bleibt! – Und wie lange all das? Auf unbestimmte Zeit!!
In diversen EU-Nachbarländern werden andere Wege beschritten – Ganze Vogelbestände werden geimpft. Auch die Schweiz und Großbritannien impfen Vögel. Eine Impfung schützt zwar vor Ansteckung nicht, aber mildert den Verlauf, sichert somit das Überleben. Darüber hinaus übertragen die Tiere auch weniger Viren.
Dass eine Injektionsimpfung bei einem Masthuhnbetrieb mit mehreren zehntausenden, wenn nicht gar hunderttausenden Tieren nur schwer umsetzbar ist, ist eigentlich klar, aber ein Falkner mit ein, zwei Vö**ln, eine Falknerei mit ein paar Dutzend Tieren oder ein Wildpark, ein Zoo mit max. einigen hundert Vö**ln – gut umsetzbar.
Es gibt bereits einige Mastbetriebe die mit fertigen Impfplänen, bereits mit den örtlichen Behörden abgestimmt, aufwarten können, aber an der aktuellen rechtlichen Situation scheitern. Wir selbst haben uns auch an unsere Veterinärbehörde gewandt, wurden aber auf die aktuelle Rechtslage verwiesen – die eine Impfung in Deutschland derzeit ausschließt.
Da muss sich die rechtliche Situation dringend ändern! Eine Impfung die uns im Nachgang auch wieder die Jagd, die Vergrämung, den Freiflug unserer Vögel ermöglicht ohne dass die Angst einer Ansteckung immer mitfliegt. Leider liest man von Zoo- Falkner- Wildgehegeverbänden in der aktuellen Presse diesbezüglich nichts – bleibt zu hoffen, dass hinter den Kulissen entsprechend gearbeitet wird.
Einen schönen Weltfalknertag🦅💪🦉