16/08/2026
🌿 Roatdoas, Hösleruate und Bolar – was sich fast wie ein isländischer Zungenbrecher anhört, ist in Wahrheit ein fester Bestandteil eines der schönsten Allgäuer Bräuche. 💚
Rund um Maria Himmelfahrt wird in vielen Allgäuer Dörfern die traditionelle Kräutersange gebunden. Mit viel Liebe und Geduld sammeln die Frauen des Ortes heimische Kräuter, Blumen, Getreide und Gemüse und binden daraus eine beeindruckende, bunt geschmückte „Sange“, die fast wie eine blühende Säule aussieht.
Am Festtag wird sie in der Kirche gesegnet. Anschließend darf sich jeder einen kleinen Kräuterbosche mit nach Hause nehmen – ein duftendes Bündel voller heimischer Heilpflanzen und guter Wünsche.
In unserer Kräutersange stecken insgesamt 24 verschiedene Kräuter, Blumen, Getreidearten und Gemüse. Dazu gehören unter anderem 🌹 Rose, 🌸 Nelke, Baldrian, Ringelblume, Schafgarbe, Johanniskraut, Zwiebel, Kohlrabi, Gerste, verschiedene Gartenkräuter und viele weitere Schätze aus der Natur.
Doch warum macht man das eigentlich? Der Brauch reicht viele Jahrhunderte zurück. Früher glaubte man, dass die Kräuter rund um Maria Himmelfahrt ihre größte Heilkraft entfalten. Nach der Segnung wurden die getrockneten Kräuter im Haus oder Stall aufgehängt – als Zeichen für Schutz, Gesundheit und Gottes Segen. Bei Krankheit wurden sie zu Tee verarbeitet, bei Gewittern kamen einzelne Kräuter ins Feuer, um Haus und Hof vor Unheil zu bewahren. Bis heute steht die Kräutersange für die enge Verbundenheit mit der Natur, den Jahreszeiten und dem überlieferten Wissen um die Heilkraft heimischer Pflanzen.
Und noch ein kleiner Geheimtipp für euren Urlaub im Landhaus am Rosenbächle: 🌿 Unsere Gastgeberin ist selbst eine kleine Hobby-Kräuterhexe. Sie bindet jedes Jahr ihre eigenen Kräuterboschen und erzählt euch mit viel Begeisterung von den heimischen Heilkräutern, ihren Wirkungen und den alten Allgäuer Bräuchen. Wer neugierig ist, wird bei ihr garantiert das eine oder andere Kräutergeheimnis mit nach Hause nehmen. 💚