14/04/2026
# Die Teufelsmühle im Nordschwarzwald
Die Teufelsmühle ist ein markanter Berg im Nordschwarzwald mit einer Höhe von 908,3 Metern über Normalhöhennull (NHN). Sie ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturfreunde und liegt südlich von Loffenau, einer Gemeinde im Landkreis Rastatt, Baden-Württemberg. Der Gipfel bildet teilweise die Grenze zwischen den Gemeinden Loffenau und Gernsbach.
# # Lage und Geologie
Der Berg erhebt sich zwischen dem Murgtal im Westen und dem Albtal im Osten. Das Gipfelplateau besteht aus Buntsandstein, der durch die eiszeitliche Verwitterung und Solifluktion geformt wurde. Diese Prozesse führten zur Entstehung von Blockhalden, großen Felsblöcken, die heute das Landschaftsbild prägen. In der Umgebung befinden sich Erosionsformen wie das Große Loch und die Teufelskammern, die früher als Versteck für Wilderer und Schmuggler dienten, da hier die alte Grenze zwischen Baden und Württemberg verlief.
# # Name und Sagen
Der Name „Teufelsmühle“ ist historisch nicht urkundlich belegt und stammt vermutlich aus der Romantik des 19. Jahrhunderts. Er bezieht sich auf die chaotisch wirkenden Felsblöcke, die in Sagen als Baumaterial für eine vom Teufel errichtete Mühle interpretiert werden.
# # # Bekannte Legende
Eine bekannte Legende erzählt von einem Müller im Tal, oft mit Weisenbach an der Murg in Verbindung gebracht, der sich über seine hochwassergefährdete Mühle ärgerte. Der Teufel bot ihm an, auf dem Berg eine neue Mühle zu errichten, im Tausch gegen die Seele des Müllers, unter der Bedingung, dass die Arbeit vor dem ersten Hahnenschrei fertig sein müsse. Der Müller überlistete den Teufel, indem er einen Sack mit Loch um die Baustelle trug oder selbst wie ein Hahn krähte. Bei Tagesanbruch gab der Teufel wütend auf und verschwand, die unvollendeten „Mühlsteine“ blieben zurück.
# # Geschichte des Turms und der Hütte
- **Mitte 19. Jahrhundert**: Errichtung einer einfachen Schutzhütte durch den Schwarzwaldverein.
- **1909**: Die Hütte brannte ab.
- **1910**: Bau eines massiven Aussichtsturms aus Buntsandstein durch den Schwarzwaldverein, zunächst etwa 10 Meter hoch.
- **1952**: Aufstockung des Turms auf 16,20 Meter (71 Stufen zur Plattform).
- **1958**: Anbau und Ausbau zum Wanderheim.
- **1983/84**: Übernahme und Verwaltung durch den Schwarzwaldverein Ortsgruppe Bad Herrenalb.
Der Turm bietet bei gutem Wetter eine weite Aussicht über das Murgtal und die Rheinebene bis zu den Vogesen und dem Pfälzerwald.
# # Heutige Bedeutung
Die Teufelsmühle ist ein attraktives Wanderziel mit verschiedenen Routen und Aktivitäten:
- **Wandern**: Große Runde über die Teufelsmühle, Westweg, Panoramawege.
- **Drachen- und Gleitschirmfliegen**: Startplätze seit 1977.
- **Langlaufloipen**: Im Winter nutzbar.
- **Astronomie und Hobbyfunk**: Nutzung durch die Astronomische Vereinigung Karlsruhe.
- **Wanderheim**: Von ca. Ostern bis November nutzbar.
Der Aussichtsturm ist in der Regel kostenfrei begehbar, außer von November bis Februar.
Zusammengefasst ist die „Geschichte“ der Teufelsmühle eine touristische und sagenhafte Erzählung, die von der romantischen Namensgebung über den Turmbau des Schwarzwaldvereins bis zum heutigen beliebten Ausflugsziel reicht. Es gab nie eine echte Mühle auf dem Berg, sondern die Legende erklärt die markante Geologie.