Die „alwo“, 1969 bis 1972 vergrößert durch die Angliederung der Betriebe Brandenburg, Berga, Rodewisch, Gößnitz, Glauchau und Karl-Marx-Stadt, wurde zum Alleinhersteller von Handstrickgarnen und Teppichkammgarnen aus reiner Wolle, aber auch viele andere Spezialgarne gehörten zum Fertigungsprogramm. Mehr als 2000 Menschen waren über Jahrzehnte ständig in diesem Großbetrieb tätig, darunter auch 200
vietnamesische Vertragsarbeiter
Nach der Wende, beginnend bereits im Frühjahr 1990, waren die vorhandenen westdeutschen Kunden Basis für die Aufrechterhaltung der Produktion. Quartal 1990 alle Verträge gekündigt und kaufte stattdessen im Wechselkurs von 1: 3 Westware ein, zum Teil Lagerbestände, vielleicht auch aus „alwo“-Produktion mit Westbanderole. Nur kurze Zeit konnten die alten Kunden mit den bisherigen Sortimenten bedient werden, dann gab es auch hier große Rückschläge. Die Ware aus dem Osten musste teurer werden. Als erstes mussten die bisherigen Importeure und nunmehr inländischen Kunden die volle Mehrwertsteuer entrichten, also wollten sie niedrigere Preise bei „alwo“. Dort wurden aber höhere Preise benötigt, um die steigenden Kosten zu decken. Hätten nicht die Restbelegschaften in Kotteritz und Meerane (alle anderen Werke wurden 1990/91 stillgelegt), unterstützt durch westdeutsche Partner, mit riesigem Engagement und Anstrengungen Produktentwicklung, Technologie und Vertrieb einschließlich eines eigenen festen Außendienstes vorangetrieben, wäre schon 1991 Schluss gewesen. Nach Entscheidung der Treuhandanstalt wurde im Sommer 1994 das rekonstruierte und auf feines Maschinengarn spezialisierte Werk Meerane zugunsten einer anderen ostdeutschen Kammgarnspinnerei geschlossen. Trotz Privatisierung des Restunternehmens in Kotteritz und weiterer großer Anstrengungen in Produktion und Technik (Aufbau einer modernen Dampferzeugung, Bau einer Kläranlage, Einrichtung einer Webgarnstrecke zur Herstellung farbiger elastischer Webgarne) gab es keine sicheren Perspektiven. Die notwendige kostendeckende und gewinnbringende Phase konnte nicht erreicht werden. Hauptursachen waren nicht zurückgebliebene Arbeitsproduktivität bzw. Lohnstückkosten, sondern die erreichbaren zu geringen Erlöse pro Einheit. Der Bedarf sank dazu noch weiter, u. weil Stricken aus der Mode kam, aber auch Importe aus der Türkei, Asien, Tschechien u. für den Handel viel günstiger waren, und das bei Textilien aller Art. (Quelle: „Altenburger Geschichts- und Hauskalender 2004“, E. Reinhold Verlag Altenburg)
Charles Schmieder war ein Enkel von C.F. Schmieder, welcher als späterer Kommerzienrat und Ehrenbürger von 1814 – 1894 in Meerane lebte. Um 1857/58 richtete C.F. Schmieder einen Betrieb mit mechanischen Webstühlen ein, nachdem erste, ab 1851 entstandene kleinere Betriebe mit mechanischen Webstühlen schon wieder eingegangen waren. Schmieder setzte sich jedoch durch und baute 1870/71 seine große Fabrik an der nach ihm benannten Schmiederstraße, die uns heute noch als Alwo bekannt ist und der Stadt inzwischen erhebliche Sorgen bereitet. 960 Webstühle sowie die gesamte Vorbereitung und Verwaltung konnten hier einziehen. Parallel dazu entstand in der Schwanefelder Str. 1 eine prunkvolle Villa, die von der Fabrik bequem durch einen Park zu erreichen war. Er lebte fortan als „Privatier“ in seiner 1907 fertig gestellten Villa in Meerane/Guteborn, heute bekannt als Villa „Il Mio“ des Hotels Schwanefeld. Er wirkte segensreich in Meerane und Umgebung. Quelle: http://www.meeranerblatt.de
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