24/12/2025
Licht in der Dunkelheit.
Und plötzlich erlosch das Licht am Weihnachtsbaum.
Es war Heiligabend, vor langer Zeit. Die Frau blickte ins Feuer und dachte an die wundervollen Weihnachtsfeste der Vergangenheit. Zusammen mit ihrem geliebten Mann und ihren beiden treuen Hunden. Sie schwelgte in den schönen Erinnerungen und an all das, was sie noch gemeinsam erleben wollten. Es gab keine Kinder, aber viele Tiere, um die sich die Hausherrin liebevoll kümmerte. Am Heiligabend durften alle Tiere ins Haus, um die weihnachtliche Atmosphäre und natürlich ein besonders leckeres Essen zu genießen. Der Weihnachtsbaum war vom Hausherrn wunderschön geschmückt, und die Kerzen funkelten hell. Das Festessen für all die Gäste, die kommen würden, köchelte fröhlich auf dem Herd.
Nun, ein Jahr später, war alles anders. Der Mann war nicht zu Hause, sondern im Krankenhaus, und es war nur noch ein alter Hund übrig. Sie hatten den Weihnachtsbaum nicht mehr gemeinsam ausgesucht; nur noch eine Kerze brannte, speziell für ihn. Sie war traurig, aber auch wütend. Traurig, denn vor einem Jahr war das Licht am Weihnachtsbaum plötzlich ausgegangen. Fast gleichzeitig hatte der Mann ihr gesagt, dass es ihm nicht gut ginge. Auch war sie wütend. Er hatte ihr noch so viel zeigen wollen und ihr versprochen, immer für sie da zu sein. Alles war anders. Es gab keine Besucher mehr. Der Krieg drohte, und die Menschen um sie herum schienen sich verändert zu haben oder waren nicht mehr für einander da. Das Zusammensein und die gegenseitige Unterstützung waren Traurigkeit, Einsamkeit und Zukunftsangst gewichen.
Und plötzlich kam ihr der Gedanke an ihre magische Schneekugel. Sie hatten sie einst auf einer ihrer langen Kutschfahrten gefunden. Dort lag sie, versteckt in einer Kiste mit Weihnachtsschmuck. Sie schüttelte die Kugel, und der Schnee wirbelte über das Weihnachtshaus, und … nichts geschah. Sie schüttelte die Schneekugel erneut und spähte wieder in das fast erloschene Feuer. Es kratzte an der Tür. Dort stand ein abgemagertes Kätzchen, das sie schnell hereinließ. In der Ferne sah sie überall Lichter aufleuchten. Auf dem Weg zu ihrem Haus, das plötzlich wunderschön erleuchtet war, es schneite. Dort traf sie auf weitere Menschen, die die Wärme und das Miteinander von Weihnachten vermisst hatten. Zwischen den vielen Menschen und ihren Tieren stand ein wunderschön geschmückter Weihnachtsbaum. Der schönste, den sie je gesehen hatte. In den Händen eines wundervollen Menschen, ihres wundervollen Menschen. Es war ein zauberhafter Weihnachtsabend, zusammen mit all ihren Lieben, die einen ganz nah, die anderen wie ein Stern am klaren Himmel.
Wir wünschen allen zu Weihnachten und im neuen Jahr Freude und Glück. Mögen Sie diese in den kleinen Dingen, in den kostbaren Augenblicken und vor allem im Miteinander finden. Liebe Grüße aus Ihrer zweiten Heimat im Hunsrück-Hochwald von Rheinland-Pfalz, Inge und John www.hoxel.eu/de