Jahrhundert
Die Geschichte des heutigen Gasthofes zur Post reicht weit bis ins 17. Im Jahre 1685 wird Philipp Jakob Winger als Weinwirt als Nachfolger für den verstorbenen Andre Platzhuber genannt. Sein Sohn Johann Karl Winger (1683-1726) stellt am 17. Mai 1715 ein Gesuch an Kurfürst Max Emanuel um die Erlaubnis, in Neumarkt eine „Underlegs-Posthalterey“ einzurichten auf der Strecke Altötting-Lan
dshut, was ihm aber nicht genehmigt wird. Im Gerichtsbuch des Marktes erscheint er 1720 bis 1726 als Bierbräu, der „mit einem Schuldbrief von 30. 11. 1720 zu seiner unumgänglichen, höchsten Haus-Notdurft 150 Gulden vorgeliehen gegen Verschreibung und Verpfändung seiner Preubehausung im Markt“, belastet ist. Noch 1742 wird in Marktkammerrechnungen die Winger Bräustatt genannt. Der Nachfolger auf dem Haus wird Johann Kasper Ganser, dem es schließlich gelingt doch eine Poststation einzurichten. Juni 1779 stirbt, wird er als Weingastgeb, kaiserlicher Posthalter und Vize-Kammerer (2. Bürgermeister) von Neumarkt bezeichnet. Nach seinem Tod erscheint nun erstmals der Name Peter Rächl, Posthalter und „Weingastgeb“ auf dem Haus. Er wird ab 1780 mehrmals als Weinwirt und Posthalter genannt und gehört ab 1789 dem inneren Rat des Marktes an. Südlich neben dem stattlichen Gasthof zur Post gelegen, steht das sogenannte Pfaller-Haus mit einer Durchfahrt in den Hinterhof. Dort befinden sich noch heute in einem Haus gewölbte Räumlichkeiten in denen früher Bier gebraut wurde. Der Bürger und Weißbierschenk Johann Schmälzl (1627-1695) erscheint mit seiner ersten Frau Anna (1647-1673) und seiner zweiten Frau Maria (1648-1711) in den Annalen des Gasthauses. Nach dem Tod von Johann Schmälzl heiratet seine Witwe 1695 Johann Auer (1632-1712), Bierbräuerssohn von Neumarkt. Dessen Vater der Bürger, Ratsherrn und Bierbrauer Christoph Auer (um 1605-1668) war möglicherweise der erste Bierbrauer auf dem Hause, dessen Geschäft sein Sohn 1669 Johann Auer übernommen hatte. Welcher Wirt oder Bräu in der Zeit nach dem Tode von Johann Auer im Jahre 1712 das Haus weitergeführt hat, ist wegen fehlender Quellenangaben nicht ganz sicher. Mit dem Namen Stephan Liebhart taucht von 1722-1724 ein Bierbrauer auf, der dafür in Frage kommen käme. Ab 1728 erscheint jedenfalls Johann Pfaller (1708-1770) als Rat und Bierbrauer in Neumarkt auf, der zusammen mit seiner Frau Anna-Maria (1710-1770) das Gasthaus samt Brauerei betreibt. Im Ratsprotokoll von 1742 wird er als „Weißbierwirt auf der „dermaliger Inhaber der Schmälzischen Wirtsbehausung“ bezeichnet. Im Jahre 1736 erblickt der Sohn Franz Pfaller (1736-1785) das Licht der Welt und heiratet 1763 die Gastwirtstochter Helena Sadlberger
Franz Pfaller wird in den Marktkammerrechnungen als Bierbrauer tituliert, der im Jahre 1780 zu folgender Strafe verurteilt wird: „Den 24. August 1780 wurde Franz Pfaller, Bierbräu um weillen er dem Xaveri Berghamber, bürgerlichen Färberssohn alhier über die Polizeistunde das Zechen gestattet, gestraft worden um 17 Kreuzer“. Nach dem Tod von Franz Pfaller im Jahre 1785 erscheint der Bräuer Josef Dax auf dem Haus. Er ist aber nur Pächter, da der für die Nachfolge vorgesehene Sohn von Franz Pfaller beim Tod des Vaters erst 13 Jahre alt ist und die Mutter Helene das Anwesen nicht alleine bewirtschaften kann. Am 11.Oktober 1786 wird das Brauereigasthaus Opfer eines Großbrandes, in dem insgesamt 7 Häuser ein Raub der Flammen werden. Es war damals üblich, dass die Betroffenen für 3 Jahre von Abgaben befreit wurden und so finden sich 1789 entsprechende Angaben in der Marktkammerrechnung. Unter dem Punkt Ausgaben auf Nachlass und Verlust kommen 1786 folgende abgebrannte Bürger zur Abschreibung: Josef Jochriem (Riemer), Josef Dax (Bräu), Felix Rächl (Posthalter), Georg Peyrer (Sattler), Kaspar Roßmayr (Bäcker), Mathias Reiter (Metzger) Der Brand 1786 begann beim heutigen Sanitätshaus (Haus-Nr.19) und endete beim Vitusstüberl (Haus-Nr.24). Beim Posthalter Felix Rächl, im Nachbarhaus von Josef Dax kommt sogar ein Mensch beim Brand ums Leben. Die bis auf die Grundmauern niedergebrannten Häuser müssen wieder neu aufgebaut werden, was natürlich einen enormen Finanzaufwand erforderte.