03/08/2023
Stadtgeschichte! 🧐
📜 Aus dem Stadtarchiv: 500 Jahre Straßenführung durch die Neustädter Innenstadt 📜
In den geschichtlichen Unterlagen unserer Stadt findet sich im Jahr 1523 der Hinweis, dass unter Anleitung des Markgrafs Kasimir von Brandenburg-Kulmbach (1481-1527) eine neue Straßenführung angeordnet wurde.
Wie war es vorher ❓
Die „Hochstraße“ Frankfurt-Nürnberg führte bislang an der Stadt Neustadt vorbei, kam von Hagenbüchach über Rennhofen Richtung „Multernschlucht“ und führte etwa 200 Meter vor dem Windsheimer Tor südwestlich der Stadt über das Ried („Geißstegfurt“) – von dort aus führte die Straße Richtung Steige. Der Grund? Natürlich Geld!
Kasimir erkannte folgerichtig, dass er durch die neue Straßenführung Pflaster- und Brückenzoll kassieren konnte („Kasimir kassiert“)! 💰
Die Straße wurde also vom Süden kommend Richtung Nürnberger Tor geführt (hier wurde dann natürlich auch rasch ein Torhaus gebaut, über das kräftig Zoll eingenommen wurde), die Besucher wurden dann weitergeführt über die Nürnberger Gasse zum Marktplatz, von dort entweder über die Würzburger Gasse zum Langenfelder Tor hinaus, über die Aischbrücken zur Steige – oder über die Diespecker Gasse zum Diespecker oder über die Windsheimer Gasse zum Windsheimer Tor hinaus.
Der Pflasterzoll wurde dann bis ins Jahr 1924 weiter vereinnahmt. 100 Jahre später ist der Marktplatz den Fußgängern, Radfahrern und Bussen vorbehalten - mal sehen, was in 500 Jahren ist 🔮
Das Bild zeigt das Neustädter Rathaus um 1900 - am linken Eck des Rathauses haben unsere Archivmitarbeiter das Schild mit der Aufschrift "Pflaster-Zoll-Stelle" entdeckt 🧐👍