Dienstbier sucht Bogenhanf

Dienstbier sucht Bogenhanf Das Wirtshaus ist ein Ort, wo sich Menschen einfinden, die zum Alleinsein Gesellschaft brauchen.

Wirtshausromantik, Bogenhanf, Krautrock, Verwandtes und Anderes....

Saal eines geschlossenen Gasthofes
30/05/2026

Saal eines geschlossenen Gasthofes

Freiraum Balkon, Nürnberg, Lorenzer Altstadt Buch und BierKnapp an Knete sind Reisen in andere Länder, wie zum Beispiel ...
20/05/2026

Freiraum Balkon, Nürnberg, Lorenzer Altstadt

Buch und Bier

Knapp an Knete sind Reisen in andere Länder, wie zum Beispiel in mein Sehnsuchtsland Italien, nicht drin. Umso intensiver erlebe ich meine vielfältigen Touren in die Nürnberg umgebenden Landschaften, und dank meiner Behinderung geht das auch einigermaßen bezahlbar, mit Behindiausweis und Wertmarke.
Mein Fernweh hege ich mittels wunderbarer Bücher ein, die ich regelmäßig an einem Stand an der Nürnberger Lorenzkirche erstehe. Vater und Sohn Faber bieten seit bald 30 Jahren gebrauchte und günstige Bücher aus vielen Bereichen an, und nur sehr selten werde ich nicht fündig. Erinnert ein bißchen an die Bouquinisten an der Seine in Paris. Très charmant!

Wenn es dann noch der Geldbeutel erlaubt, dann besorge ich mir eine Kleinigkeit zu essen, und ich gehe zur Feier des Tages, daß ich nämlich wieder erfolgreich neue Bewohner meiner bescheidenen Büchersammlung hinzufügen kann, auf ein Bier in den Balkon, gelegen zwischen Königstor und Frauentor.

Auch einer dieser ganz besonderen Orte, an dem man gepflegte Biere zu sich nehmen kann. Ich kenne den Balkon noch aus der Zeit, als dort Trödel verkauft wurde, und gerne werde ich hier nostalgisch, war doch das frühere KOMM von gegenüber Zentralisationspunkt auch meiner protestbewegten Versuche, die Pubertät rauszuleben.

Wie ein Schwalbennest klebt der Balkon am gewaltigen Frauentorturm, der mit seinen mächtigen Sandsteinquadern einer der vier Türme ist, die der Altstadt ihre unverkennbare topographische Signatur verleihen. Im letzten Krieg fanden hier viele Menschen Zuflucht vor den Bombenangriffen.

Der kleine Innenhof ist ein Refugium, allerdings weniger als ein Ort der formatierten Gastronomie, denn mehr als ein Zustand des erholsamen Zwischenraumes. Eingezwängt zwischen dem Vorneraus, wo sich der Fluß der Menschen inklusive Jungesellinnenabschiedstrauben gen Innenstadt bewegt, und dem Hintenraus des Handerwerkerhofes, der dem touristischen Nürnbergbesucher ein kleines Schnickschnackdorf mit Bratwurstduft und Butzenscheiben bietet, bricht der Balkon wohltuend rotzig mit seiner exzellenten Heavy Rotation das ganze Altstadtgewese. Das samtene Kanone Zwickl, mandarinahopfig erfrischend und bei der Wärme genau die richtige Abkühlung, tut sein Übriges zur Vollendung eines langen Momentes auf dieser lässigen Insel der Kontemplation.

Und mit dem neu erworbenen Buch vom Felix Faber bin ich jetzt gedanklich eh schon wieder ganz woanders auf Reisen....⛵🌞!

Hintergrundrauschen:
Als ich heute da war, gab es Musik u.a. von Van Halen, Johnny Cash, Gang Starr, Diana Ross, Giorgio Moroder, 10cc.

Mai 2024.

Gasthaus Schuh, KleinseebachSireneSkeptisch bin ich, als ich mir die Bilder von der Gaststube im Netz anschaue. Ist mir ...
17/05/2026

Gasthaus Schuh, Kleinseebach

Sirene

Skeptisch bin ich, als ich mir die Bilder von der Gaststube im Netz anschaue. Ist mir ärcherdswäi zu...zu...gschleggerd. 'Landgasthof' nennt sich das ganze auch noch. Ich mag es eigentlich eine Spur kleiner, proletarischer.

Andererseits, wer gibt schon was auf das, was da einer so im Netz rumpostet. Also, am besten selber anschauen.
Ein Verfolger hatte mir den Tipp mal gegeben, und jetzt bin ich mit einem Freund rausgefahren, der mir seinerseits von der Wirtschaft vorgeschwärmt hatte.

Der Weg nach Kleinseebach führt über die sich wunderbar mäandernde Regnitz, mit ihren vielen historischen Wasserschöpfrädern. Der Ort ist Premiere für mich, habe ich doch die Gegend früher eher gemieden, da keine Brauerei vorhanden. Und mit der Mörsbergei in Bubenreuth und der Fischküche Reck in Oberndorf befinden sich hier zwei der zentralen Kahlfresserhabitate für die Nürnberger Blase, um die ich in der Regel, trotz unbestrittener Qualität, einen weiten Bogen mache. Da gehöre ich halt ned hin.

Was meins ist, das erkenne ich bei meiner Ankunft sofort wieder. Zu Füßen großer Kastanien und einer Linde breitet sich ein klassischer Dorf-Hofbiergarten einladend aus. Die Trinität aus dem Fachwerk des Gasthauses, den Roßkastanien, und den Bierbankgarnituren lässt einem seine fränkische DNA spüren. Natürlich fußt das Ganze auf proletarischen Verbundsteinen, der brutalistischen Ablage für die Haxn, frei nach dem Motto 'Nur die Harten kommen in den Garten!'. Oder auch 'Wenn's Dir hier nicht passt, Weichei, verfatz' dich in die Mörsbergei oder zum Reck!'. Bauernwirtschaft sagen die einen dazu. Und die anderen empfinden das hoffentlich als Kompliment.

Kongenial gerahmt wird das Bild dazu durch das seit vielen Jahren brachliegende und abgezehrte Gasthaus zum grünen Baum auf der anderen Straßenseite, einst auch Bäckerei und Kolonialwarenladen. Antike Grandezza einer Geisterwirtschaft, bevor der Verfall einsetzt. Irgendwie schiebt sich mir gerade das Bild des halbnackten, ausgemergelten Iggy Pop vor das geistige Auge.

Wir nehmen auf der Bank neben dem Wirtshauseingang Platz. Das ist die Loge wie geschaffen für uns beide, wie für die beiden alten Knacker aus der Muppets-Show. Es ist immer wieder auf das Neue so schön anzuschauen, wenn im Frühling die frischgrünen Roßkastanien mit ihren satten Blüten die Biergärten bespielen.

Den nächsten Wohlfühlpflock in die Karte zur Vermessung meiner persönlichen Genusswelt kann ich rammen, als ich mein Bier bekomme. Ein St. Georgen Kellerbier im Glaskrug, super süffig gezapft. Es gab Zeiten, da empfand ich das Bier deutlich kantiger, verquerer, aber ich mag es immer noch sehr.

Große Augen, offener Mund, als wir Bratwürste bestellen wollen, und die Frau Schuh so nebenbei erwähnt "Ach ja, wir hätten auch Bohnakern!".
Geil, nehmen wir! Hätte nicht gedacht, daß es das hier in Mittelfranken schon gibt.
Das Essen, ein Gedicht. Dicke Wachtelbohnen, geräucherter Schweinebauch, kapitaler Kloß, schlotzige Wacholdersoß', Charakterspeise jenseits obligatorischer Flammkuchen- und Schnitzelbeliebigkkeit.

Uns gegenüber sitzt eine betagte Frau mit einer pinkfarbenen Sonnenbrille, Typ Agnes Windeck, und hat augenscheinlich ein großes Vergnügen dabei, uns beide zu beobachten, wie wir uns in fränkischer Genüsslichkeit vor Wonne suhlen, und einen Seufzerer nach dem nächsten von uns geben.

Nach dem Essen drehe ich meine Runde. Allein schon der Eingangsbereich zur Wirtschaft beeindruckt durch seine Ensemblehaftigkeit. Terrazzoboden mit Stern, Gassenschenke, Kruzifix, Geweihe, eine große Tafel mit der Ankündigung der nächsten Schlachtschüssel. Geradeaus geht es in die Küche, links die alte Eingangstür zum ehemaligen Metzgersladen, und rechterhand ist die Gaststube. Dort rustikales Pseudo-Almmobiliar, gepflegt, aber durch die enge Reihung und die dunkle Beizung wirkt es behaglich. Und zusammen mit der Holzdecke und dem Kachelofen verspricht der Schankraum eine Wirtshauszeit, die einen zum gemächlichen Verweilen verleitet.
Bogenhanf würde sich hier sicherlich auch sehr gut machen.

Der Eingang zum Klo befindet sich, wie es sich für die "Bauernwirtschaft" gehört, draußen am Hof. Und dahinter befindet sich der Taubenschlag vom Patron, dem Norbert Schuh, aus dem gelegentlich auch mal ein Taubenbraten Einzug auf die Tageskarte findet.

Als ich zu unserem Platz zurückkehre, ist mein Begleiter gerade dabei, eingeschweißte Bratwürste von der Frau Schuh, der Schwiegertochter, in Empfang zu nehmen. Grundgütiger, Fränkische so dick, daß die Wöschdla aus Willersdorf dreimal in eine reinpassen! Die folierte Prallheit erzeugt einen derartigen Sexappeal, so daß ich die Frau Schuh bitte, mir zu erzählen, was für Köstlichkeiten an Wurstkreationen der Metzgerei ihres Schwiegervaters noch so entspringen.Was folgt, ist in meinen Ohren ein schwelgerisches Loblied, eine Ode an die Wurst, und die Aufzählung verschwimmt zu einer bezaubernden Arie in Schwein-Dur.
Wenn sie mich jetzt noch eine Flöte spielend in die Regnitz locken würde,...ich hätte keine Chance.

Bevor ich mich an die Bierbank anbinden lassen muß, treten wir die Heimreise an. Nicht aber ohne mich vorher völlig willenlos mit Gaumenfreuden aus dem Hause Schuh einzudecken. Aamoll, wennsd ann Orpheus braugsd.

Als ich zuhause meine unwürdigen Hauer in eine Art luftgetrocknete Bauernseufzer versenke, da vollziehe ich bei dieser göttlichen Schweinswurst einen Kotau. Nie mehr nehme ich, der Möchtegern-Prolet, das unzureichende Wort von der "Bauernwirtschaft" in den Mund. Ich gedenke selig (vulgo bsuffn) dankbar der (noch) zahlreichen Gastwirte, Kellnerinnen, Metzger, Brauer, Bäcker Kellerbetreiber, und all der anderen Menschen, die rund um das Gastronomiewesen mir mit ihrem Dasein und ihrer Arbeit mir mein Leben veredeln.

Da schleicht sich aus einer zutiefst vergrabenen Erinnerung an einen mythischen Abend im Kellerloch des legendären Hemdendienstes an der Brückenstraße hier in Johannis zu sehr später Stunde nach diversen Hetzelsdorfern mit dem noch mythischeren Plattenaufleger Alfred, eine vergessen gehoffte Ode an mein inneres Ohr, und weitet sich aus zu einem wurstsakralen.....

Hintergrundrauschen:
Udo Jürgens - Adagio (1968) 💚

Kneipe Zum blauen Affen, Fürth"Inschpekter giibt's kaan!"Mein Österreichbild ist maßgeblich von zwei Fernsehsendungen ge...
10/05/2026

Kneipe Zum blauen Affen, Fürth

"Inschpekter giibt's kaan!"

Mein Österreichbild ist maßgeblich von zwei Fernsehsendungen geprägt worden: 'Kottan ermittelt' und Elizabeth Spiras 'Alltagsgeschichten'. Erstere trug nicht unerheblich zu meiner adoleszenten Menschwerdung im Alter von zwölf, dreizehn Jahren bei. Und mit Freuden las ich damals, Anfang der Achtziger Jahre, in der HÖRZU die entsetzten Leserbriefe fassungsloser Zuschauer, die zum einen kritisierten, daß der Schimanski so oft "Scheiße" sage, und daß das ZDF für einen Schwachsinn wie 'Kottan ermittelt' Gebührengelder zum Fenster rauswerfe. Die Veredelung meines Wesens gelang mir dann mit dem Verschlingen der großartigen 'Alltagsgeschichten'.

Und in beiden Sendungen gibt es wunderbare Beisl als Drehorte, deren Wände in der Regel oberhalb der Lamperie tapeziert oder mittels Strukturwalzen bunt bearbeitet sind. Die einzige Wirtschaft, die ich bei uns kenne, die dergestalt ist, ist der Blaue Affe in Fürth.

Dort kehre ich auf meinem Heimweg von einem ausgedehnten Spaziergang am Hainberg bei Altenberg ein, einem ehemaligen Truppenübungsplatz, heute Naturschutzgebiet, und im Frühjahr sehr besuchensswert, wenn dort der Ginster großflächig blüht. Mir ist das Gelände sehr vertraut, weil ich als Kind zusammen mit meinem Vater Ginsterzweige für unsere Brieftauben als Nistmaterial geschnitten habe.
Von Fürth Süd aus ist man innerhalb weniger Busstationen in der Flößaustraße, wohin man noch bis 1981 mit der Straßenbahn vom Hauptbahnhof Fürth aus gelangen konnte.

Der Blaue Affe gehört zu den wenigen noch existierenden Kneipen der ehemals blühenden Gasthauslandschaft in Fürth. Wo der Name herrührt, ist nicht bekannt. Wieder mal so ein besonderer Ort, an dem ich mich affentittengeil,...ääh, pudelwohl fühle. Nicht zuletzt auch deswegen, weil es hier, unweit der ehemaligen Braustätte, Humbser gibt, welches das Bier aus dem Hause Tucher ist, das ich noch am besten trinken kann. Auch wenn ich natürlich weiß, daß dieses Getränk Nostalgiemarketing geschuldet ist. Bei mir funktioniert's.

Aus der reichhaltigen Karte ließ die Stadtwurst mit Musik mein Herz deutlich höher schlagen. Für mich Bestandteil meiner Nürnberg-DNA. Auch hier in Fürth.

Die Kneipe ist eine liebevolle Mischung aus der alten Einrichtung und neuen Ergänzungen. Gleiches gilt für die Schar der Gäste. Der Biergarten ist natürlich das Pfund, mit dem der Affe in der warmen Jahreszeit charmant wuchern kann. Und einen Kicker gibt es auch.

Das mit der bunten Wand mag ich schon sehr, hat einen ungeheuren Charme. Nach der wiederholten Halben schaue ich immer wieder zur Tür, ob nicht doch vielleicht der Schremser, der Schrammel, und der Inspektor Kottan gleich zur Tür hereinspazieren.

Ach halt, der ist ja Major. Inschpekter giibt's ja kaan...🕵‍♂️!

Hintergrundrauschen, weil's da im Affen lief:
Curtis Mayfield - Move on up (1970)

Juni 2024

Auf ein Dienstbier....In West-Berlin.
08/05/2026

Auf ein Dienstbier....

In West-Berlin.

Gastwirtschaft Reitenspieß, HaimpfarrichHoi, a Schiff!Fahrt nach Roth, Umstieg in die Gredl-Bahn, bis Eckersmühlen. Ansc...
06/05/2026

Gastwirtschaft Reitenspieß, Haimpfarrich

Hoi, a Schiff!

Fahrt nach Roth, Umstieg in die Gredl-Bahn, bis Eckersmühlen. Anschließend durch den Ort, hinein in den Südlichen Reichswald. Dichter, alter Föhrenwald. Unverwechselbarer Kiefernduft. Holz ohne Ende. Neben mir fließt die kleine Roth, und immer weiter sich entfernend vernehme ich das Signalhorn der Gredl.

Haimpfarrich erreiche ich nach knapp einer dreiviertel Stunde. Die Wirtschaft hat noch zu. Gehe zum Schiffezählen, die paar Meter weiter zum Kanal. Fehlanzeige. Ist trotzdem schön, in der Sonne am Kanal zu hocken, und dafür die vielen Libellen zu zählen.

Punkt 17 Uhr sitze ich in diesem wunderbaren Biergarten. Das ist fränkische Seele pur: Sandsteingebäude, mit einer mächtigen Linde als Hausbaum davor, Bierbankgarnituren auf Sand. Ich spüre Erdverbundenheit.

Bratwürste, so unanstandig gut, prall und dunkel. Einzig das Bier...fremdelt mir.
Mache nette Bekannschaft, und bekomme wieder neue Tipps für Wirtschaften. Das Lichtspiel der Abendsonne durch Linde und den angrenzenden Bauerngarten erschwert mir den Abschied. Mein Blick geht nach rechts, und da fährt doch tatsächlich ein Schiff gen Nürnberg.

Wird Zeit zu gehen. Nicht, daß am End noch eins kommt....🛳!

Hintergrundrauschen:
Tangerine Dream - Stratosfear (1976)

Juni 2024

Gasthaus zum grünen Baum, WillersdorfAch, Gott.Gott wohnt in der Choriner Straße 61, in Berlin Mitte. Erfährt man zumind...
05/05/2026

Gasthaus zum grünen Baum, Willersdorf

Ach, Gott.

Gott wohnt in der Choriner Straße 61, in Berlin Mitte. Erfährt man zumindest bei Ahne, dem Ostberliner Lesebühnenautor. Seine 'Zwiegespräche mit Gott' im Rahmen der Reformbühne Heim & Welt habe ich früher immer leidenschaftlich gerne bei meinen Taxischichten in Berlin am Sonntagnachmittag auf Radio Eins in der Show Royale der Satiriker Christoph Grissemann und Dirk Stermann gehört. Da ist Gott ein eher proletarisch angelegter Charakter, der sich schnoddrig-ostberlinernd sehr weltliche, herrlich-absurde Schlagabtäusche mit seinem Kumpel Ahne liefert. Ein mir sehr sympathischer Weltenlenker.

Ansonsten werde ich, der gottlose Großstädter, bei meinen Touren auf das fränkische Umland von der Omnipräsenz des kirchlichen Gottes und seiner Nebendarsteller, mit unzähligen Kirchen, Kapellen, Wegkreuzen, Marterln, und sonstigem religiösen Brauchtum begleitet. Speziell natürlich in den Landkreisen des Bistums Bamberg.

Na gut, so ganz frei von christlicher Folklore bin ich dann doch nicht. Ich hatte von meiner verstorbenen Mutter (mit dem schönen Vornamen Christel) eine von einem Onkel selbst gezimmerte Krippe geerbt, die jahrelang im Keller Staub fing. Irgendwann begann ich, diese in der Weihnachtszeit aufzustellen, und mittlerweile ist diese Krippe zum festen Ritus geworden, die mich bis Lichtmess zum Basteln, zum Ergänzen, zum Optmieren animiert. Allerdings hat das eher was mit einem nerdigen Modellbau, als mit einem religiösen Glaubensreflex zu tun.

Im nächsten Jahr möchte ich zur Fasten-, Passions-, und Osterkrippe expandieren. Um mir diesbezüglich Inspirationen einzuholen, hatte ich mich mit zwei Freunden zum Besuch des Krippenmuseums in Hirschaid am Weißen Sonntag, dem Tag der katholischen Kommunion, verabredet. Bei dem Ehepaaar aus dem Steigerwald sehe ich, welch hohen Stellenwert kirchliche Erziehung bei an sich modernen Menschen nach wie vor hat, wie tief Rituale und Moralitäten noch vorhanden sind. Ich kann mich da einer gewissen Faszination nicht entziehen, alerdings ohne, daß ich den Bedarf an kultureller Aneignung hätte.

Im Museum kann man eine unglaubliche Vielfalt an Krippen aus aller Herren und Damen Länder bestaunen. Vor allem imponiert die Hingabe, mit der das Sammlerehepaar Ingeborg und Hubert Patzelt sein Konvolut über Jahrzehnte zusammengetragen hat. Schwer beeindruckend.

Anschließend fuhren wir in den Aischgrund, zum Gasthof zum grünen Baum in Willersdorf, bis 1979 auch Brauereiwirtschaft. Ich hatte nämlich erfahren, daß dort das von mir sehr geschätzte Kellerbier vom Brauhaus Höchstadt aus dem Fass zum Ausschank käme. Früher wurde dieses ja auf dem wunderbaren Laufer (Fischer-)Keller ausgeschenkt, aber mittlerweile kenne ich keine Wirtschaft mehr, wo ich dieses köstliche Gebräu vom Fass genießen kann. Ein weiterer Grund in den Grünen Baum einzukehren war, daß ein Freund mir seit Jahren in den Ohren liegt, ich solle doch unbedingt mal dorthin fahren, weil es da den besten Karpfen gebe. Ist mir ja eigentlich wurscht, kenne ich doch meine diesbezüglichen Wirtschaften (Aisch, Großbuchfeld), aber man kann ja auch mal fremd gehen, ohne daß man gleich ein göttliches Gebot verletzt.

Vor dem Essen noch ein kleiner Rundgang durch den Ort, vorbei an dem zweiten ehemaligen Brauereigasthof, dem Rittmayer in Wiĺlersdorf, mit einem Abstecher in die kommunionsgeschmückte Bartholomäuskirche. Das letzte Mal, als ich in Willersdorf war, da verfolgte mich, als ich die Einfahrt seines Hofes zum Wenden meines Wagens mißbrauchte, der Bauer schreiend mit seiner Heugabel. Diesmal hätte ich, bei einer neuerlichen Attacke, wenigstens einen Stock zur Abwehr. Ein Battle Behindi gegen Bauer, Gott steh' mir bei.

Aber wir wurden wohlwollend empfangen. Beim Betreten des Grünen Baumes quollen uns Kommunionsmädchen in ihren weißen Kleidern entgegen. Innen gediegene Gemütlichkeit einer alteingesessenen Speisegaststätte. Uns hat es gefallen. Am Nachbartisch eine ältere Männerunde, mit wenig Haaren, dafür mit umso mehr Spaß. Schäi.

Das Kellerbier ist doch "nur" aus der Flasche, aber dennoch ein Hochgenuß, mit einem ganz eigenen Geschmack, brotig-würzig-hopfig-kräutrig. Bei der Essensbestellung hat mich die Neugierde übermannt, ob sich hier an der Bezirksgrenze von Oberfranken zu Mittelfranken auch die ungefähre Bratwurstscheide zwischen den evangelisch-dicken (pornographisch-geilen) Fränkischen oder den katholisch-dünnen Hungerwürstchen abbildet. Und tatsächlich, wo ich als wurststolzer Mittelfranke normalerweise lustvoll viele Minuten damit verbringe, den Genuß der perfekten Wurst möglichst lange hinauszukauen, hatte ich jetzt mit wenigen mißmutigen Happen die Wurstkarikaturen vertilgt. Der Karpfen, den meine Begleiter dagegen bestellt haben, wurde von ihnen in den höchsten Tönen gelobt. Kruzefix.

Im Bus, auf der Heimfahrt ab Adelsdorf, hat mich dann ein Mann mit Stock angeprochen. Ob ich auch einen Schlaganfall gehabt hätte, und deutet auf meinen gelähmten Arm. Man erkennt sich. Ich bejahte, und er erzählte, daß er vor kurzem seinen elften (!) Schlaganfall erlitten hätte. "Alle links, Gott sei Dank!", meinte er.
Achja, die Sache mit Gott, da war ja noch was.

Als ich meinen Schlaganfall hatte, da war ich wochenlang an das Krankenhausbett gefesselt, die Toilette konnte ich nur mit Hilfe verrichten. Aber ich habe mich wieder herangekämpft. Ohne die wundervolle Hilfe meiner engsten Freunde wäre dies alles allerdings nicht möglich gewesen. Die vielen sehr intensiven Begegnungen, während meiner Rehabilitation mit anderen Patienten, waren ungeheuer wichtig für mich. Eine Schicksalsgemeinschaft, in der man sich plötzlich wiederfand.

Und irgendwann bist Du, der vom Tod Verschonte, auch empfänglicher für den Gottesgedanken. Natürlich erst ganz banal, wenn Du Dir so einen Spruch aus dem Küchenkalender wie 'Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!" zu Eigen machst. Du greifst nach jeder Krücke. Geholfen hat es. Bilde ich mir zumindest ein. Man könnte auch von Glauben sprechen.

Später dann, als ich wieder ein bißchen laufen konnte, ich während der Reha eine tolle Frau kennengelernt, ich mich verlobt, und aus dieser Beziehung zwei Kinder entstanden sind, da drehst Du irgendwann durch, denkst Dir 'Das gibt's doch alles gar nicht!', und kannst plötzlich nicht mehr so ganz ausschließen, daß da vielleicht doch jemand daran gedreht haben könnte.

Der Herrgott gibt's, der Herrgott nimmt's, die Beziehung ging sehr schnell zu Bruch, und bis heute bin ich von meinen beiden Söhnen getrennt. Ein Umstand, der soviel schlimmer ist, als meine Halbseitenlähmung, und für den auch es keine Worte gibt.
Irgendwann fand ich mich in einer Verzweiflung wieder, als ich, wie der beinamputierte Lieutenant Dan (Gary Sinise) in 'Forrest Gump' während eines Hurrikans in der Schiffstakelage, Gott entgegen schrie "Ist das alles was Du drauf hast??"
Hatte er in meinem Fall nicht, aber das gehört nicht hierher.

Warum ich das alles erzähle? Heute, wo ich diesen Text abfasse, ist der 1. Mai. Das ist der Tag, den ich jedes Jahr wie einen zweiten Geburtstag feiere, es ist der Tag meines Schlaganfalles. Weil ich nicht gestorben bin, weil sich danach alles verändert hat, weil ich Vater von zwei großartigen Söhnen geworden bin. Dieser Tag jährt sich heute zum zehnten Mal. 10 Jahre! Was für eine Zeit.

Den heutigen Tag habe ich mit meinen Jungs verbracht, die sich dank der Fürsorge ihrer Mutter zu prachtvollen Menschen entwickelt haben. Und NATÜRLICH war ich mit ihnen auch in der Wirtschaft, im Biergarten am Chinesischen Turm in München. Für mich gab es dort für 5,70 € eine Halbe eines grauenerregenden alkoholfreien Hofbräu hell, das mich stark an der Existenz eines liebenden Gottes zweifeln lässt.
'Der Mensch denkt, Gott lenkt'. Oder man hält es wieder mit Forrest Gump: "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt."

Jetzt gehe ich erstmal die nächsten zehn Jahre an. 'Dienstbier sucht Bogenhanf' ist da auch so eine Krücke. Wirtschaft als Therapie.
Gibt schlimmeres...😊

Hintergrundrauschen:
Bill Calahan - Have Fun With God (2014)

Biergarten Hundshaupten und Gasthaus Zur Birke in GräfenbergerhüllDoppelerfolgUnd doch werde ich immer wieder kalt erwis...
04/05/2026

Biergarten Hundshaupten und Gasthaus Zur Birke in Gräfenbergerhüll

Doppelerfolg

Und doch werde ich immer wieder kalt erwischt. Wenn ich, wie heute, neue so wunderbare Einkehrorte für mich entdecke. Aber der Reihe nach.

Ich fahre mit dem Zug nach Forchheim. Neben mir zwei ältere Herren. Der eine: "Wir waren natürlich auf Sardinien! Da hatten wir einen Guide, ich sag' dir, der zeigt dir Ecken, die würdest du als Touri nie finden!"
Der andere: "Aha."
Wieder der eine: "Und auf Korsika und Sizilien waren wir selbstverständlich auch! Da hatten wir auch immer so einen persönlichen Guide. Der kostet zwar, aber das rentiert sich total!"
Der andere wieder: "Aha."
Der eine: "Ja, und wo fahrt ihr so hin in den Urlaub?" Kurzes Nachdenken, dann Kopfschütteln beim Anderen: "Des schbilld ka Rolln ned..."
Merkwürdig, danach ist der Gesprächsfaden irgendwie abegerissen.

Umstieg in Forchheim zur Wiesenttalbahn. Am Bahnsteig steht eine Gruppe junger Männer, allesamt mit grünen Flaschen Wicküler-Pils in der Hand. Hoffentlich haben die keinen Führer zur Hand, der ihnen die unbekannten Ecken zeigt.

Ich steige in Pretzfeld aus, und laufe gen Hetzelsdorf los. In der Nacht hat es geregnet (in Johannis war es am Morgen noch nebelig), und die Trubach, und ihre Zuläufe sind gut mit Wasser gefüllt. Überhaupt wirkt alles so satt grün, südlich heiter, mit den vielen verschiedenen Obsthainen, der Barockkirche in Pretzfeld im Rücken, man wähnt sich in der Steiermark oder in Südtirol. Seit langer Zeit höre ich mal wieder einen Fasan rufen. Hinreißend.

In Hetzelsdorf ist der Karlheinz Penning grad am Brauen. Kurzer Plausch. Ich nehme einen tiefen Zug vom Duft des frischen Treber, den er grad aus dem Sudhaus schaufelt. Herrlich!
Ich genehmige mir ein Vollbier aus dem Außenkühlschrank, werfe zwei Euro in die Kasse, und nehme vor dem geschlossenen Wirtshaus auf der belehnten Bierbank Platz. Ein erster tiefer Wohlfühlseufzer entfährt mir. Am Nachbartisch wieder ein Gruppe junger Männer. Muß irgendwo ein Nest sein. Unentwegt geht es "Digger....Bro....Digger....Bro...!"
Irgendwann bin ich aber allein, und kann die Ruhe, das Hetzi, und den Blick auf den Juradom (St. Matthäus) genießen.

Auf der neu gemachten Straße laufe ich zwischen den Kirschhainen nach Hundshaupten. Ganz wenig Verkehr. Dort steuere ich am Ortsrand den Biergarten an, und sehe schon von weitem, das hier ist etwas ganz besonderes. Eingerahmt von ausgewachsenen Hecken, stehen vor einem betagten, aber renovierten Haus zwölf Bierzeltgarnituren mit Patina, in einem mit altgewachsenen Bäumen versehenen Obstgarten. Ein kleines Paradies.

Es gibt Kaffee und Kuchen, Brotzeiten und Faßbier. Und was für eines! Zum einen das Kellerbier vom Roppelt aus Stiebarlimbach, zum anderen das Lager vom Först aus Drügendorf. Hier paßt wirklich alles. Seit 19 Jahren gibt es diesen Biergarten Eden schon, und ging doch völlig an mir vorbei. Selten ist mir ein Aufbruch so schwer gefallen.

Ich will schauen, ob die Frau Ochs in Gräfenbergerhüll ihre Wirtschaft wieder aufgesperrt hat. Das letzte Mal, das war so um die Jahreswende, da war zu, weil die Wirtin wegen ihrer Rückenschmerzen nicht öffnen konnte.

Ich fahre mit dem Bus erst von Hundshaupten nach Unterzaunsbach, dann von da aus mit einem anderen nach Egloffstein, und schließlich mit noch einem weiteren bis kurz vor Gräfenbergerhüll. Klappt alles wunderbar. Aus dem Bus ausgestiegen, kreuzt wieder eine Gruppe junger Männer, ziemlich brenol, meinen Weg. Das hier ist der Weg von Gräfenberg nach Hohenschwärz, und die Spaßgesellschaften vom Fünf-Seidla-Steig sind hier am Wochenende unterwegs wie die Ameisen.

In der Wirtschaft in Gräfenbergerhüll war ich zum letzten Mal vor rund 30 Jahren, und deshalb bin ich aufgeregt wie ein kleiner Junge, als ich die Klinke der Gasthaustür niederdrücke. Sie lässt sich öffnen! Drinnen tagt der Stammtisch, der mich freundlich begrüßt. Ich grüße und klopfe zurück. Hinter dem Lindenbräu-Tresen steht die Frau Ochs, die gerade ein frisches Bier zapft. Ich nehme an einem größeren Resopaltisch auf einer umlaufenden Holzbank Platz. Das hier ist die Zentrale der rauschhaften Wirtshausreduziertheit. Den Begriff sollte ich mir mal als Wirtshausnamen patentieren lassen. Drei einfache Resopaltische, ein paar präparierte Tiere an der Wand, das war's. Ein Nebenzimmer gibt's noch. Reduziert auf das notwendigste. Wohltuende Nüchternheit, jenseits von Wicküler-Rudel-Saufen-Halligalli

Im Hintergrund läuft im Radio die Bundesliga-Schlußkonferenz. Die Frau Ochs hört so mit einem halben Ohr hin. Ist in diesem Jahr aber auch nur mäßig spannend, und nicht so wie damals, als Schalke für ein paar Minuten die Meisterschaft inne hatte, und die Bayern ihnen dann diese noch in der Nachspielzeit wegschnappten. So kann ich mich wieder intensiv mit meiner Existenz im Wirtshaus beschäftigen.

Als ich merke, da kommen keine neuen Erkenntnisse mehr, breche ich auf. Ich frage die Frau Ochs noch nach den Öffnungszeiten ihres Gasthauses, und bemerke an ihrer Reaktion meine Übergrifflichkeit. Öffnungszeiten, sowas Profanes!
"Jaa,....ääh.....halld erschd, wenn iich dou bin." Ich kann es nicht sein lassen, und quäle die Frau weiter. "Dann so ab vier Uhr? Oder eher ab fünf?" Dankbar für die Vorgabe der Antwort, die ihr nicht eingefallen ist, "Ja, genau, so ab fünfer!"
Sie lächelt, als ich mich beim Rausgehen bei ihr bedanke, daß sie trotz Rückenschwerden ihr Gasthaus für uns, ihre Gäste, offen hält.

Auf meiner Heimreise, begleitet von dutzenden von anstrengenden Bierhooligans, bettele ich, bitte, bitte, heiliger Gambrinus, verschone diese beiden Kleinode in Hundshaupten und Gräfenbergerhüll vor deinen Schlachtenbummlern!

Gut, daß ich in dem Alter gaaanz anders war....🤥

Mai 2025

PS: Zur Zeit (3.5.26) ist das Gasthaus zur Birke wegen eines Trauerfalls auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Hintergrundrauschen:
Dire Straits - Brothers In Arms (1985)

Felsenkeller EtzelwangBrutal'Rettet die Betonmonster!' So hieß vor einigen Jahren eine mittlerweile legendär gewordene A...
29/04/2026

Felsenkeller Etzelwang

Brutal

'Rettet die Betonmonster!'
So hieß vor einigen Jahren eine mittlerweile legendär gewordene Ausstellung im Frankfurter Architekturmuseum, die den Blick auf von Abriss bedrohte Gebäude des Brutalismus lenken wollte, und bei mir eine bis heute andauernde Faszination für Sichtbeton-Architektur auslöste. In Deutschland waren es insbesondere brutalistische Kirchenbauten, die vornehmlich in einem kleinen Zeitfenster von etwa zehn Jahren (ca. 1965 - 1975) in einer großen Vielzahl, und in teilweise spektakulären Gestaltungen entstanden sind. Und oftmals fühlt man sich beim Anblick dieser Gotteshäuser eher an einen Bunker oder an ein Ufo erinnert.

Ein derartiges Ufo steht mit St. Martin in Etzelwang. Geplant in einer Zeit, als die katholische Kirche tatsächlich noch Zulauf hatte, vollendet und eröffnet 1970, als der gesellschaftliche Fortschrittsglaube solche Bauwerke noch möglich machte. Mittlerweile sind diese von Schließung und Abriss bedroht.

Für mich hingegen sind solche Räume, in denen ich immer wieder sehr gerne verweile, wegen ihrer unverkleideten Rauhheit und der ungeschönten Rohheit ungemein spannende Orte.

Umso mehr, wenn sich dann auch noch, nach der kirchlichen Durchgeistlichung, die Transzendenzerfahrung einer der schönsten Kelleraussichten hinzu gesellt. Stundenlang könnte ich auf dem Balkon dieses Felsenkellers sitzen, hier in der Oberpfalz, quasi wie im Naturtheater, mit dem befelsten Wald im Rücken, in reinster Kontemplation dem Windspiel der Kellerfahne zuschauen, eingerahmt von alten Eschen und Linden, mit dem Dreiklang aus Bahnhof, Brauerei, und spätbarocker Kirche als Bühnenbild. Kulturlandschaft trifft Brauereikultur.

Ab und an wird diese Ansicht unruhig, wenn die Züge Richtung Nürnberg und Sulzbach-Rosenberg ihren Auftritt haben. Ist dieser Keller doch der einzige, der quasi einen direkten Gleisanschluss hat.
Brutal wohltuend....🏢!

Hintergrundrauschen:
Jean-Michel Jarre - Oxygen II (1976)

Juni 2024

Heiße ToilettenPoppige WC-Landschaft der Eckkneipe Gudruns Bierstuben, Waidmannslust in Berlin.Dezember 2024
27/04/2026

Heiße Toiletten

Poppige WC-Landschaft der Eckkneipe Gudruns Bierstuben, Waidmannslust in Berlin.

Dezember 2024

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Nuremberg

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