11/09/2021
Leider viel Text, aber zu der Aussage von Herrn Scholtis folgende Fragen:
hat Herr Scholtis jemals im laufenden Tagesgeschäft bei irgendwelchen Gästen vor Betreten eines gastronomischen Betriebes die entsprechenden Unterlagen überprüft?
Wohl nicht,denn dann wüsste er (hier sprechen wir selber aus monatelanger Erfahrung),
- dass kaum ein Gast die entsprechenden Unterlagen bereits beim Betreten des Betriebes bereithält
- wie lange manche Gäste brauchen (egal, ob jung oder alt), um vor Ort ihren Impfpass/anderen Nachweis aus der Tasche zu kramen oder ihr Handy und die entsprechende App minutenlang zu suchen und aufzurufen
- dass manche Gäste ihren Impfausweis mehrfach in Klarsichthüllen „gesichert“ und zugeklebt haben, ein Auspacken und Überprüfen entsprechend lange dauert
- dass manche Gäste gar keinen Nachweis dabei haben und man sich Sprüche anhören muss wie:
- "weil sonst habe ich ihn eigentlich immer im Auto dabei, bin aber heute mit dem Fahrrad gekommen“
- "mein Mann hat seinen Ausweis vergessen, aber wir sind ja beide am gleichen Tag geimpft worden", hier ist mein Nachweis
- "ich bin heute zur Geburtstagsfeier eingeladen, aber mein Handy (mit dem Impfnachweis) passte nicht in meine kleine Handtasche"
- "ich habe mich heute morgen zu Hause selbst getestet, der Test war aber negativ"
- "ich war aber letzte Woche in ... und dort wurde gar nichts überprüft"
- dass manche Gäste schlicht und einfach vergessen, einen Nachweis mitzubringen und argumentieren
- „aber Sie kennen mich doch, ich bin über 80 und schon lange zweifach geimpft“
- oder „ich habe Ihnen doch schon vor ein paar Wochen meinen Impfpass gezeigt“… (na klar, daran können wir uns nach zighundert Überprüfungen auch noch eindeutig erinnern...)
- dass manche Gäste stolz ihren Impfausweis vorlegen mit dem Kommentar „ich bin ja seit gestern zweifach geimpft“…
- dass manche Gäste nur ein Foto von ihren Aufklebern im Impfausweis auf dem Handy haben
- dass es Schnelltest – oder Genesenenformulare in wirklich zig Ausführungen gibt, die nicht auf den ersten Blick eindeutig sind und die man zeitaufwändig von oben bis unten durchlesen bzw. überprüfen muß
- dass es auch für Schulkinder keine einheitlichen Formulare zur regelmäßigen Testung gibt, man diese "studieren" und den vorgelegten Formularen „blind“ vertrauen muß
- dass neben der Nachweise auch der Personalausweis vorgezeigt und überprüft werden sollte
Das ganze Prüfungsprozedere dauert also theoretisch aufgrund der o.g. Gründe pro Gast jeweils etliche Minuten - somit können wir mit 1 "Prüfer" im allerbesten Fall 1 Gast pro 2-3 Minuten einchecken, also etwa 30 Gäste in 1 Stunde… Und wer soll das leisten???
"Ein Riesenschritt in Richtung Normalität" ??? Im normalen Betrieb kommt doch diese Anzahl von Gäste im Rahmen einer Familienfeier zusammen mit der gleichen Anzahl von ca. la-carte-Gästen gleichzeitig an...
Für diese Einlaßprüfung muss zudem eigentlich ein Mitarbeiter / eine Mitarbeiterin zusätzlich abgestellt werden, da die anwesenden Servicemitarbeiter mit den Gästewünschen, Bestellungen und dem Service am Tisch normalerweise schon ausgelastet sind. Welcher Betrieb kann hierfür einen zusätzlichen, eigentlich unproduktiven Mitarbeiter bereitstellen?
Wie welt- bzw. betriebsfremd ist also diese Aussage???
Sehr geehrter Herr Scholtis, wir laden Sie herzlich ein, uns ein paar Tage im laufenden Betrieb zu begleiten, um Ihre Aussage "Die 3G-Regeln zu überprüfen sei kein besonders großer Mehraufwand für die Gastronomen: "Das ist ja nur ein Blick drauf. Es ist ja keine aufwendige Untersuchung von irgendwelchen Papieren." zu bestätigen:
Vielen Dank und freundliche Grüße
vom Landhaus Schellhorn