19/12/2017
König der Steppe erobert die Almert
Reicht den Wisenten das Futter im Wald und auf den Lichtungen nicht mehr?
Und das, durch den Trägerverein der Wisente, angebotene Futter im Wittgensteiner Land ist wohl auch nicht so schmackhaft.
Wie ist es sonst zu erklären, dass sie die K 17 überqueren, um sich am Silo der Almerter Bauern zu laben.
So langsam habe ich die Schnauze voll von den Wisenten!
Die Waldbauern aus dem Schmallenberger Sauerland wollten sie nicht haben!
Wir hatten unsere Bedenken. Fast alle unserer Bedenken sind eingetroffen:
Schälen und abknicken der der Bäume, Angriffe auf Menschen, Gefährdung des Straßenverkehrs usw.
Herr Dr. Petrak vom Landesbetrieb Wald und Holz hat vor Jahren ein Gutachten erarbeitet, in dem man viele Gründe gegen freilaufende Wisente finden kann. Und viele dieser Gründe sind eingetreten.
Leider konnte ich es selbst nicht lesen, weil es unter Verschluss für Normalbürger ist.
Die Almerter Bauern versuchen seit Jahren erfolglos eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h zu bekommen, damit sie mit ihren Traktoren gefahrlos für die Autofahrer und für sich selbst die Straße überqueren können.
Haben Sie mal versucht eine Geschwindigkeitsreduzierung in ihrem Ort durch zu setzen?
Es ist sehr schwierig!
Die Wisente laufen auf der Almert über die Straße und innerhalb eines Tages gibt es eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 50 km/h und eine Warnblinkleuchte.
Vor ein paar Tagen konnte man Menschenmassen auf der Almert sehen, die die Wisente aus der Nähe sehen wollten. Schöne Bilder machen mit Vater, Mutter, Kind und Hund im Vordergrund, die Wisente dicht da hinter. Je näher desto besser. Am besten noch füttern. Sie sind ja so süß!
Leute geht’s noch? Da kann man nicht einfach ohne Stock bei gehen. Wie man im Sauerland sagt, wenn etwas nicht gefährlich ist. Da sollte man auch nicht mit Stock hin gehen! Die sind gefährlich!! Würden Sie auf eine eingezäunte Wiese mit Mutterkühen, Kälbern und Bullen gehen? Ich nicht! Fragen Sie mal einen Landwirt ihres Vertrauens!
Und wenn etwas passiert? Selbst schuld! Der Wisentträgerverein weist auf seiner Internetseite und mit einem Flyer auf das Verhalten bei einem Zusammentreffen mit Wisenten hin. Ich denke, damit sind sie raus aus der Haftungsnummer.
Aber was ist nun mit dem hochwissenschaftlichen Projekt?
Unteranderem sollte der Genpool der Wisente vergrößert werden.
Dafür ist es aber wichtig, dass die Bullen ausgetauscht werden. Letztes Jahr war Egnar und ein anderer Bulle vor Weihnachten ca. 14 Tage auf der Almert. Er fraß jeden Abend bei der Fütterung der Rinder mit. Einfacher ging es eigentlich nicht. Doch es lag keine Genehmigung zum Betäuben vor. Hallo!!?? Hat da jemand nicht mit gerechnet? Der Bulle deckt eine Kuh, sie bekommt ein weibliches Kalb (2014). Nach 2-4 Jahren ist das Kalb geschlechtsreif, spätestens dann muss der Bulle weg sein, sonst deckt er seine Tochter. Dann war es das mit der Vergrößerung des Genpools.
Für so eine Situation hab ich dann eine Genehmigung fertig. Wer denn sonst, wenn nicht so ein wissenschaftlich arbeitendes Team?
In meinen Augen werden die Ziele des Projekts Wisent Wald, wie sie im öffentlich rechtlichen Vertrag formuliert wurden, nicht erreicht. Deshalb sollte es beendet werden.
Die Wisent Wildnis, das gegatterte Gehege, sollte auf 100 oder 200Hektar vergrößert werden. Dann haben alle Tier genügend Platz, die Touristen können Wisente beobachten und die Waldbauern wären auch zufrieden.
In diesem Sinne ein frohes Fest!
Georg Droste
Waldbesitzer aus Oberkirchen
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