02/11/2024
Ein Beispiel für die Rubrik „Undank ist der Welten Lohn“
Vor genau 11 Monaten lernten wir einen jungen Mann über ein Portal hier bei Facebook kennen, auf dem von privaten Anbietern mietfreier Wohnraum gegen Hilfe in Haus und Hof zur Verfügung gestellt wird. Meist sind die Suchenden irgendwie gestrandet und wollen wieder auf die Füße kommen.
Da unser Bauernhof und das dazugehörige Wohnhaus eigentlich viel zu groß für uns ist, boten wir die unbewohnte Dachgeschoss Wohnung an. Der Deal war, dass der junge Mann drei Jahre mietfrei und ohne Nebenkosten in dieser Wohnung wohnen darf, er aber im Gegenzug dafür diese Wohnung (ganz nach seinen Wünschen) renoviert. Das hierfür benötigte Material wollten wir ihm kostenlos zur Verfügung stellen. Außerdem war vorgesehen, dass er sich während unserer Abwesenheit (was nicht so oft vorkam) um unsere Haustiere kümmert. Schon nach kurzer Zeit stand die Polizei vor unserer Tür, da im Nachbarort randaliert worden ist und ein junger unbekannter Mann unsere Adresse benannt hatte. Im Gespräch mit dem Polizeibeamten erwähnte ich auch, dass ich unserem neuen Mitbewohner unseren Wohnungsschlüssel aushändigen wollte. Der Polizeibeamte riet mir davon dringend ab, was ich auch (zum Glück) befolgte. Immer wieder gab es dann Zwischenfälle mit diesem Mitbewohner. Mal war es eine angezettelte Schlägerei bei einem Dorffest hier im Ort, mal Sachbeschädigung eines PKW in der Nachbarschaft oder er lag im Vollrausch im Garten, dass man Sorge hatte, dass er eine Alkoholvergiftung hat und den Notarzt gerufen hat. Zusehends verschlechterte sich auch seine Art und Weise uns gegenüber. Plötzlich war er nicht mehr lieb und nett, ignorierte unsere Bitte nach Hilfe bei diversen kleineren Gartenarbeiten und man sah ihn meist angetrunken. Das Angebot, sich professionelle Hilfe zu suchen bei einer Suchtberatungsstelle ignorierte er und der Flyer, den wir ihm ausgehändigt hatten, landete im Müll.
Heute nun eskalierte die Situation total! Draußen vor unserem Küchenfenster hörte ich ihn brüllen und unser Hund bellte und winselte abwechselnd.
Als ich nach draußen stürzte musste ich mit ansehen, wie unser Mitbewohner roh auf unseren Hund eintrat. Dieser versuchte, den Tritten zu entkommen und flüchtete sich in eine Ecke. Anstatt es dabei zu belassen, rannte unser Mitbewohner dem Hund hinterher und trat weiter auf ihn ein! Ich habe ihn angeschrien, dass niemand meinen Hund treten darf! Und sagte ihm auch, dass er den Hof verlassen und sich nie wieder bei uns blicken lassen soll! Durch den Lärm kam auch mein Mann dazu. Das hat unseren Mitbewohner noch mehr in Rage versetzt und er brüllte und bedrohte meinen Mann verbal. Auch meinen dazu gekommenen Sohn bedrohte er und versuchte, ihn zu attackieren. Dann rannte er irgendwann in seine Wohnung im Dachgeschoss, vermutlich um seine Habseligkeiten zu packen. Irgendwann verließ der den Hof dann endlich, warf die Schlüssel in hohem Bogen über den Zaun in einen Laubhaufen.
Als wir die Wohnung im Anschluss betraten um zu überprüfen, ob er nicht vielleicht einen Brand gelegt hat (was ich ihm durchaus zugetraut hätte), bot sich uns ein Bild, dass mir die Tränen in die Augen trieb: in den 11 Monaten, in welchen er kostenfrei bei uns gelebt hat, hat er absulut nichts in punkto Renovierung gemacht. Im Gegenteil! Die Wohnung sah schlimmer aus als vorher. Überall stank es, da er seinen Hund maximal zehn Minuten am Tag rausgelassen hat. Der Holzboden war teilweise vom Urin des Hundes regelrecht vermodert. Was aber noch schlimmer war und dem ganzen noch die Krone aufgesetzt hat, war sein „Abschiedsgruß“ an uns. Einen 20 Liter Eimer weiße Alpina Wandfarbe hat er komplett im Anlauf auf den Holzboden geschüttet!
So viel also zum Thema Gutmütigkeit und Helfen wollen! Mir ist es erst einmal gründlich vergangen, ein „Gutmensch“ sein zu wollen! Ich bin enttäuscht, traurig, wütend und frustriert!
Hier noch ein paar Fotos von dem Chaos, denn das glaubt mir sonst kein Mensch!