02/07/2021
Schirmherrin & Gründer
„Dass aus dir mal was Anständiges wird.”
Wie oft hören diejenigen, die einen kreativen Weg beschreiten, dieses Mantra? Vielleicht ist es nur ein Necken, aber oftmals liegt der Aussage die Vorstellung zugrunde, dass ein Mensch, der die Kunst zu seinem Lebensmittelpunkt machen möchte, unweigerlich finanzielle Probleme und unruhige Zeiten haben wird. Das ist vielleicht nicht ganz aus der Luft gegriffen …
Wir haben zwar das Glück, in einem Land zu leben, das die Künste fördert. Der überwiegende Teil der Kunst- und Musikhochschulen wird vom Staat finanziert und unsere staatlichen Theater und Kulturbetriebe werden durch Subventionen unterstützt.
Und doch kann die Kunst eine wankelmütige Arbeitgeberin sein, die einen vor das Entscheidungsproblem stellt: Soll mich dieses Projekt erfüllen oder soll es mich ernähren? Soll es etwas sein, das möglichst vielen gefällt oder etwas, das meiner Botschaft Form verleiht?
Gerade in Krisenzeiten ist es oft die Kunst, sonst hochgepriesen und ein Aushängeschild unseres Landes, welche sich hinten anstellen muss und sich selbst überlassen wird. Denn Künstler und Künstlerinnen, das sind Menschen, die es gewohnt sind, sich durchbeißen zu müssen, wenn es mal nicht so gut läuft.
Die ihre Kunst auch durch branchenfremde Tätigkeiten finanzieren, selbst wenn es ihr Vorankommen behindert und Zeit, Energie, die Luft zum Atmen nimmt.
Artists in Residence ist eine Antwort auf die Frage, wann es nur um die Kunst gehen darf. Nicht kommerziell, dafür spartenübergreifend und gefördert mit einem etablierten Präsentationsrahmen der erarbeiteten Werke. Ein Hafen, der Sicherheit gibt und einen klar erkennen lässt: Es geht ausschließlich um die Kunst. Der Rest ist nicht relevant – endlich!
Ihre Sarah Alles