13/07/2026
Liebe Freunde des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem!
Herzlich grüße ich Sie alle aus Jerusalem.
Mit 1. Juli 2026 wurde ich zum neuen Rektor dieses Hauses bestellt. Ich bedanke mich herzlich bei Erzbischof Grünwidl und den österreichischen Bischöfen für dieses Vertrauen.
Seit 2. Juli bin ich hier in Jerusalem und verschaffe mir einen ersten Eindruck von der Situation hier. Ich wurde sehr, sehr freundlich empfangen und bin ganz begeistert von diesem wunderbaren Haus, seiner großartigen Lage und seiner historischen Bedeutung. Der Garten ist ein kleines Paradies hier. Und das Café Triest, das selbst in diesen Tagen recht eifrig besucht wird – von Palästinensern und Israelis, von Pilgern und Touristen – ist ein wirklich erstaunlicher Ort der Begegnung (wenn es auch oft nur ein Nebeneinander ist, so doch ein friedliches).
Übernachtungsgäste sind noch wenige in unserem Haus, aber ich hoffe, dass mit Gottes und Ihrer Hilfe in absehbarer Zeit eine Annäherung an die alte Normalität möglich sein wird.
Die Stimmung in der Stadt erlebe ich derzeit als recht friedlich. Ich versuche, mich langsam in der Altstadt zu orientieren, wobei mich die Wege immer wieder zur Grabeskirche führen, wo der Ort der Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung Christi mich in einer Selbstverständlichkeit und Tiefe bewegt, die ich bisher kaum erahnen konnte.
Gestern durfte unsere Gruppe von Zivildienern, unserem Gästehaus-Manager und mir das Gelände der Al-Aqsa-Moschee und des Felsendoms besuchen. Man sagte uns, wir seien die ersten Besucher seit sechs Monaten, die als Nicht-Muslime die Gebäude betreten durften.
Ich hatte hier auch bereits Begegnungen mit dem neuen Nuntius und dem österreichischen Vertreter in Ramallah. Bereits im Mai konnte ich den Patriarchen und den Kustoden des Heiligen Landes besuchen. Von all diesen Persönlichkeiten bin ich tief beeindruckt.
Die Temperaturen hier waren übrigens immer unter 30 °C und es gab keine einzige Tropennacht … (da war ich in Wiener Neustadt viel ärmer dran). In meiner Wohnung hier musste ich in diesen Tagen nicht einmal die Klimaanlage einschalten.
Das alte Haus steht wirklich prächtig da, aber es braucht auch dringend eine Renovierung. Die Heizung ist am Zusammenbrechen. Die Räume, die wir hoffentlich bald wieder als Speiseräume für die vielen Pilger brauchen, sind derzeit noch sehr feucht und müssen trockengelegt werden. Unsere Küche braucht einiges an Erneuerungen. Und die Zimmer müssten auch auf einen modernen Stand gebracht werden. Vor allem aber ist etwas, das man nicht sieht und auch nicht sehen wird, dringend zu erneuern: Es sind das alle Leitungen für Wasser, Strom und Sonstiges.
Die vorveranschlagten Kosten belaufen sich auf 15 Millionen €!
Unsere eigenen – dafür bereits vorgesehenen – Reserven sind in der Zeit des Krieges auf deutlich unter 1 Million geschrumpft, da wir das Haus mit Defizit weitergeführt haben, weil wir es nicht schließen wollten, um unseren Angestellten und ihren Familien eine Existenz zu sichern.
In einer Zeit allenthalben mangelnden Geldes machte und mache ich mich nun auf zu den Landeshauptleuten, dem Herrn Bundeskanzler und der Frau Kultusministerin sowie zu unseren Bischöfen, um zu betteln. Ich begegnete dabei großer Freundlichkeit und wohl auch einiger Hilfsbereitschaft.
In diesem Sinne wende ich mich auch an Sie und bitte Sie vor allem um Ihr Gebet für unser Haus, um Ihr eifriges Kommen zu uns (Jerusalem ist wirklich nicht gefährlich, aber immer wieder überwältigend), um Ihre eifrige Schilderung unserer besonderen Lage und Gegebenheiten, damit sich viele für uns interessieren und zu uns aufbrechen – und nicht zuletzt um Ihre tatkräftige, finanzielle Unterstützung nach Ihren Möglichkeiten.
Ich hoffe, Sie bald hier in Jerusalem zu sehen, und verbleibe mit herzlichen Grüßen
Ihr
Franz Xaver Brandmayr
Rektor
Spendenkonto für die Generalsanierung
Bezeichnung: Österreichisches Pilger-Hospiz zur Heiligen Familie in Jerusalem
IBAN: AT171919000400150124
BIC/SWIFT-Code: BSSWATWW